Tresoldi will belgien erbeuten – und die u21 wieder auf spur bringen

Nicolo Tresoldi lacht nicht, wenn er vom Titel spricht. Er nickt, als hätte er die Rechnung schon gemacht. 13 Tore in 18 Play-off-Partien, Tabellenzweiter, Champions-League-Treffer gegen Atlético – warum also nicht auch Meister werden und die Torjägerkanone mitnehmen? „Wenn ich am Ende auch noch die meisten Tore schieße, ist es umso besser“, sagt der 21-Jährige und klingt dabei wenig wie ein Joker, mehr wie ein Wahl-Belgier, der den Saison-Endspurt selbst in die Hand nimmt.

Der transfer, den viele falsch verstanden haben

7,5 Millionen Ablöse, Hannover 96 hinter sich lassen, in die Jupiler Pro League – viele hielten den Schritt für verfrüht. Tresoldi zuckt mit den Schultern. „Viele meinten, es sei nicht der richtige Weg“, erzählt er in der DFB-Medienrunde. Sein Bauchgefühl habe gestimmt, das Ergebnis auch. Seit dem Trainerwechsel in Brügge ist er wieder Stammplatz, seit sieben Spielen siebenmal getroffen. Die Zahlen sprechen für sich, Kommentare werden leiser.

Die U21 hat andere Sorgen. Nach dem 2:3 in Athen liegt Deutschland drei Punkter hinter Griechenland zurück, das Rückspiel steht am Dienstag an. Tresoldi, mit 22 Einsätzen und zehn Treffern dienstältester Feldspieler, redet nicht um den heißen Brei herum. „Wir kennen uns besser, Qualität haben wir sowieso“, sagt er. Klingt nicht nach Sand im Getriebe, klingt nach Selbstverständlichkeit. Freitag gegen Nordirland, Dienstag in Athen – zwei Siege, und Platz eins ist wieder drin. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir am Ende auf Eins stehen werden.“

Das a-thema liegt noch in weiter ferne

Das a-thema liegt noch in weiter ferne

Julian Nagelsmann hat sich nicht gemeldet, der italienische Verband auch nicht. Tresoldi schiebt es beiseite, ohne Stirnrunzeln. Erst die Play-offs, dann die Quali, dann die EM. Wer 13 Mal einnetzt, wird irgendwann gesehen. Bis dahin schießt er weiter – und lässt anderen das Zahlen. Die Rechnung ist einfach: Tore plus Siege gleich Titel. Und Tresoldi rechnet laut.