Treibstoff-preiswirrwarr: zapfhähne kassieren 18 cent, kunden sparen nur 16

Die Tankstellen in Spanien haben die Mehrwertsteuer-Senkung nicht voll weitergegeben. FACUA rechnet vor: Von den 18 Cent Ersparnis pro Liter Diesel bleiben durchschnittlich nur 16 beim Fahrer hängen – der Rest landet in der Kasse der Betreiber.

Ein viertel der anlagen trickst beim preis

Ein viertel der anlagen trickst beim preis

Rubén Sánchez, Sprecher der Verbraucherschützer, sagt im TVE-Interview: „Am Sonntag hätten alle Säulen die 21 auf 10 % MwSt. umlegen müssen. Stattdessen haben manche den Preis von Samstag einfach stehen lassen oder sogar erhöht.“ Die Organisation zählt 25 % der Stationen als auffällig; sie spricht von „verdeckter Preisabschöpfung“. Die Folge: Der Liter Super 95 kratzte zwar wieder an der 2-Euro-Marke, rutschte aber nur, weil die Ölkonzerne sich einen Teil der Steuerersparnis einverleibten.

Die nächste Runde steht bevor. Das Dekret sieht zusätzlich eine Senkung der Hydrocarbon-Steuer vor, doch deren Ausgestaltung liegt beim spanischen Wettbewerbsamt CNMC – und das wird erst Ende Mai einen Vorschlag liefern. Bis dahin bleibt der Markt sich selbst überlassen. Sánchez erinnert an die Tage nach Kriegsbeginn: „Innerhalb von 48 Stunden haben die beiden großen Ketten synchron um bis zu 51 Cent erhöht. Klarer Kartellverdacht, nur kaum nachweisbar.“

Wer jetzt tankt, spart mit Vorsicht. Die 18-Cent-Gutschrift ist kein Automatismus – sie ist Verhandlungssache an jeder einzelnen Zapfsäule. Die Rechnung am Ende des Monats wird trotz Steuer-Geschenk höher ausfallen als erhofft. Der Staat drückt, die Kassen kassieren mit.