Towerstars besiegen steelers im drama: playoff-fieber erreicht ravensburg

Verlängerung, Nervenkrieg, Jubeltraenen: Die Ravensburg Towerstars haben das erste Viertelfinal-Duell gegen die Bietigheim Steelers mit 3:2 nach Verlängerung gedreht und damit ihre Meisterschaftsträume am Dienstagabend in der Oberschwabenarena am Leben erhalten.

Das Spiel begann verhalten, endete in Ekstase. Nach 60 Minuten stand es 2:2, die Steelers hatten zweimal geführt, die Towerstars zweimal zurückgeschlagen. In der Verlängerung schlug dann Marvin Schmid zu – sein Handgelenkschuss aus spitzem Winkel flog unter die Latte, 3.722 Zuschauer explodierten. Die Serie läuft nun 1:0 für Ravensburg, vier Siege sind Pflicht für das Halbfinale.

Rückkehrer und verrat: alte gesichter treffen sich

Im Tor ein Wechselbad der Gefühle: Ilya Sharipov hielt die Towerstars mit 37 Paraden im Spiel – einst hütete er genau dieses Tor für Bietigheim. Auf der Gegenseite stand Olafr Schmidt, früher Ravensburger Fanliebling, nun Rivalé. „Man spürt die Geschichte, aber im Playoff zählt nur das Jetzt“, sagte Sharipov nach dem Abpfiff, Eisstückchen noch im Bart.

Die Steelers sind kein Aufsteiger mehr, sondern ein gewachsenes Problem. Seit Dezember haben sie 17 ihrer letzten 22 Spiele gewonnen, nur die Towerstars stoppten sie in der Hauptrunde. Jetzt droht Rache – und das in bis zu sieben Duellen bis Ende März.

Bo subrs plan: raum nehmen, träume rauben

Bo subrs plan: raum nehmen, träume rauben

Trainer Bo Subr hatte seine Mannschaft nach der Hauptrunde kurz schlafen lassen, dann in eine Woche „Playoff-Bootcamp“ geschickt. Ergebnis: 34 Checks in der ersten Drittelhälfte, 92 % erfolgreiche Penalty-Kills, ein Powerplay-Treffer. „Wir haben Bietigheim die Luft geraubt“, sagte Subr, „aber Luft holen sie sich schnell wieder.“

Sportdirektor Marius Riedel warnte vor Euphorie: „Ein Sieg ist ein Satz, kein Match. Die Steelers haben bewiesen, dass sie auch auswärts gewinnen können – und sie werden kommen.“ Statistik als Mahnung: Ravensburg gewann zwar alle vier Hauptrundenduelle, doch drei endeten mit nur einem Tor Unterschied.

Nächster Schritt: Spiel zwei am Freitag erneut in Ravensburg. Die Towerstars wollen die Serie vor eigenem Publikum auf 2:0 stellen, die Steelers den Ausgleich. Für die Fans steht schon jetzt fest: Wer jetzt noch Schlaf braucht, hat die Saison verschlafen.