Totzek/sutor knicken nach schotten-klatsche das viertelfinal-ticket

Genf – 3:8, vierte Niederlage, Tür zu. Sixten Totzek und Kim Sutor haben sich bei der Mixed-Doubles-WM mit einem Schlusspunkt vorzeitig verabschiedet. Das Duo aus dem DCV-Quartier kam gegen Schottland nie ins Spiel, lag nach zwei Ends bereits 0:4 zurück und musste die Ausfahrt aus dem Turnier nehmen. Die K.o.-Runde bleibt ein Traum, der Klassenerhalt ist indes sicher.

Schotten lassen keine lücke aufkommen

Die Marschrichtung war klar: Gewinnen oder fliegen. Doch statt Druck aufzubauen, lieferten Totzek und Sutor einen Fehlstart ab, den sich Schottland nicht zweimal sagen ließ. Mit präzisen Draws und einem gnadenlosen Take-out im dritten End bauten die Briten auf 6:1 aus. Die deutsche Seite wirkte ideenlos, hatte selbst mit dem Hammer kaum Platz zum Atmen. „Wir haben es verschlafen, dann war die Bahn weg“, sagte Bundestrainer Uli Kapp mit Blick auf die frühe 0:4-Defensive. Sein Team fand keine Antwort auf die schottische Aggressivität, kassierte im siebten End noch ein Steal und stellte schließlich die Waffen bei 3:8.

Damit steht es 3:5 in der Tabelle, Rang fünf in Gruppe B. Nur die ersten drei Teams rücken ins Viertelfinale vor – ein Sprung, der selbst bei einem Kantersieg im letzten Vorrundenspiel gegen Ungarn (heute 19.00 Uhr) rechnerisch unmöglich ist. Die WM-Reise endet nach der Gruppenphase, doch der DCV kann sich trotzdem auf die Schulter klopfen: Der Klassenerhalt ist gesichert, Deutschland bleibt in der Top-Division.

Ziel erreicht, aber geschmack bleibt bitter

Ziel erreicht, aber geschmack bleibt bitter

Totzek, 26-jähriger Europameister, und die 22-jährige Sutor hatten vor dem Turnier den Primärauftrag Klassenerhalt ausgegeben – ein Ziel, das sie erfüllt haben. Dass dabei kein einziges Top-Spiel heraussprang, nagt trotzdem. „Wir wollten mehr, aber heute haben wir uns selbst mit Steinen zugelegt“, sagte Sutor mit Blick auf drei vergebene Blank-Optionen. Die Statistik liefert den Beleg: 73 % Shooting-Quote bedeutete Schlusslicht im Head-to-Head-Vergleich mit Schottlands 88 %.

Für Totzek ist es die zweite WM-Pleite in Serie nach dem Vorjahres-Aus im Achtelfinale. Der Curling-Verband wird die Daten jetzt sondieren, die Mentalität schärfen. Denn während andere Nationen junge Teams in die Playoffs fahren, steht Deutschland zum vierten Mal in fünf Jahren vor der Frage: Warum reicht es nie für das Breakthrough? Die Antwort liegt in Genf auf dem Eis – und sie schmeckt nach einem verpassten Endspiel, das nie stattfand.