Totzek und sutor rasen auf kanada zu – wm-traum lebt dank 13:2-kantersieg

Genf – ein Schlusspfiff, ein Jubelbrueller, ein Statement. Mit 13:2 schubsten Sixten Totzek und Kim Sutor die US-Boys vom Eis und schrieben die nächste deutsche Curling-Märchenkapitel. Vier Siege in Serie, Platz drei in Gruppe B – und aufeinmal redet keiner mehr vom „blossen Klassenerhalt“.

Kanada wartet als nächster gegner

Mittwoch 14.00 Uhr, Eisarena Les Vernets. Vorhang auf für das Duell gegen das ungeschlagene Top-Team aus Kanada (5:1). „Wir haben nichts zu verlieren, nur noch alles zu gewinnen“, sagt Bundestrainer Uli Kapp, während seine Schützlinge die Steine schärfen. Gegen Finnland reichte ein souveränes 6:4, weil Sutor in der siebten End den Button perfekt vernagelte und Totzek den letzten Take-out mit chirurgischer Präzision platzierte.

Die Rechnung ist simpel: Wer als einer der besten drei aus der Gruppe geht, tanzt im K.-o.-Modus um Edelmetall. Das Finale steigt am 2. Mai. Deutschland hat’s selbst in der Hand, denn Schottland (ebenfalls 4:2) und Ungarn (2:4) warten noch. Ein Sieg gegen Kanada würde die Ausgangslage explosiv machen.

Regel-revolution mixed doubles

Regel-revolution mixed doubles

Andere Liga, andere Länge: Statt zehn Ends werden nur acht gespielt, jede Formation darf pro End fünf anstatt acht Steine werfen. Das erzwingt Tempo, bestraft jede Unsicherheit sofort. „Wir lieben dieses Format“, sagt Totzek, „weil es Entscheidungen schneller auf den Punkt bringt.“ Seine Zahlen sprechen: 80 Prozent Take-out-Quote, 92 Prozent Draws im House – beides Spitzenwerte der Gruppe B.

Hinter den Kulissen arbeitet Analyst Lars Vilandt mit Heat-Maps und Rotationsdaten. Er kennt die Kanadier bis ins kleinste Detail: „Sie bevorzugen das Centre-Guard-Game, aber ihre Conversion-Rate auf Power-Play-Ends sinkt, wenn man sie früh zwingt, um den Tee zu flashen.“ Kurz: Kapp und Co. haben einen Plan.

Die deutsche Curling-Szene fiebert. Noch nie stand ein Mixed-Doubles-Team aus Deutschland vor dem Sprung ins WM-Finale. Die letzten drei Spiele sind kein Endspurt mehr – es ist eine Gala auf Eis. Und sollte das Duo tatsächlich durchmarschieren, dürfte sich der DCV über neue Sponsoren und TV-Zeiten freuen, die bislang nur dem Eishockey- und Fußball-Verband zufliegen.

Donnerstag 10.00 Uhr gegen Schottland, 19.00 Uhr gegen Ungarn. Drei Tage, sechs Punkte, ein Traum. Die Steine sind gewachst, die Kufen scharf – jetzt liegt’s an Totzek und Sutor, Deutschland in den Curling-Himmel zu schieben.