Tottenham zieht den notbremse: de zerbi soll den absturz stoppen
Roberto de Zerbi ist vom Retter zum Retter gereist. Kaum hatte Sunderland den Italiener nach fünf Monaten freigestellt, schon verpflichtet ihn Tottenham als neuen Feuerwehrmann. Die Spurs liegen auf Platz 17, trennen nur drei Punkte vom Keller – und haben seit 13 Spielen nicht mehr gewonnen. Die Luft ist dünn in Nordlondon.

Warum ausgerechnet ein coach, den man in england schon abschrieb?
Die Antwort lautet: Identität. Die Klubbosse wollen nicht nur den Klassenerhalt, sie wollen ihn mit dem Stil erzwingen, der einst Pochettino groß machte: hoch, schnell, mutig. De Zerbi sagt: „In allen Gesprächen war klar: Tottenham will eine Mannschaft, die große Erfolge holt – und das mit Fußball, der die Fans wieder in die Stadien treibt.“
Der 46-Jährige unterschrieb einen Langzeitvertrag, obwohl er weiß, dass er bei Sunderland mit ähnlichem Kader nur 0,9 Punkte pro Spiel sammelte. Die Statistik interessiert ihn wenig. Seine erste Trainingseinheit ist für morgen geplant, die erste Bewährungsprobe am 12. April im Stadium of Light – gegen eben jene Black Cats, die ihn vor zwei Wochen rauswarfen. Ironie der Premier League.
Die Kabine hat die Nachricht mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Kapitän James Maddison postierte ein Händchen-Emoji, Son Heung-min schwieg. Die Rückkehr des südkoreanischen Flügelflitzers in die Startelf gilt als erste Baustelle. De Zerbi will ihn nicht links, sondern als falsche Neun nutzen – ein Experiment, das bei Brighton noch scheiterte.
Die Zeit arbeitet gegen ihn. Sechs Spiele bleiben, um den Abstieg abzuwenden. Die Buchmacher senkten die Quoten auf 2,3 – noch nie war ein Big-Six-Klub so nah an der Championship. Die Fans skandieren „Roberto, bring uns nach oben“, doch hinter den Kulissen fragen sich die Scouts bereits nach Alternativen für die zweite Liga. Die Parolen sind laut, die Angst real.
Am Ende zählt nur der Tisch. De Zerbi muss aus 0,9 Punkten pro Spiel 1,5 machen, sonst wird er nicht nur Coach, sondern auch Zeuge des historischen Falls von Tottenham. Die Premier League ist ein Rennen ohne Gnade. Wer hier stolpert, landet im Chamionship-Getto. Für Spurs und Trainer beginnt jetzt ein Sprint, der über Zukunft und Legende entscheidet.
