Tottenham feuert tudor nach 49 tagen – abstieg droht

London calling – und dann sofort wieder disconnect. Die Tottenham Hotspur trennen sich 49 Tage nach seiner Vorstellung von Igor Tudor, dem vierten Coach binnen 18 Monaten. Die Entscheidung fiel am Samstag, während die Premier-League-Konkurrenz noch über die internationalen Qualifikationsplätze rätselte. Für Spurs-Fans ist die Nachricht ein Schlag ins Kontor: Erst die Blamage gegen Nottingham, dann der Vaterverlust des Trainers, jetzt das Führungsvakuum.

Ein sieg aus sieben spielen – die statistik frisst den coach

Der Kroate gewann nur ein Pflichtspiel, das 1:0 gegen Atlético in der Champions League, das trotzdem das Aus bedeutete. In der Liga setzte es fünf Niederlagen, ein Remis, 13 sieglose Partien in Serie. Die Tabelle lügt nicht: Platz 17, ein Punkt Vorsprung auf Leicester und die Championship. Die xG-Werte (Expected Goals) lagen in jeder Partie über den tatsächlichen Treffern – ein Indiz für mangelhafte Chancenverwertung und nachlässige Defensivarbeit.

Mit Tudor gehen auch Torwartcoach Tomislav Rogic und Fitnesschef Riccardo Ragnacci. Der Klub bestätigte, dass Tudors Vater kurz nach dem Forest-Debakel verstarb; die Trauerpause wurde intern bereits vor einer Woche gewährt, das Training aber weiterhin von Co-Trainern geleitet. Die emotionale Erschütterung war auf dem Rasen spürbar: „Die Jungs wirkten wie gelähmt, keiner sprach mehr als nötig“, berichtete ein Mitarbeiter dem Evening Standard.

Die kandidatenliste ist kurz – aber die zeit noch kürzer

Die kandidatenliste ist kurz – aber die zeit noch kürzer

Angele Anka, die neue Sportdirektorin, soll eine „externe Analyse“ leiten, doch intern ist klar: Wer auch immer kommt, muss bis zum 5. April gegen Burnley liefern. Julian Nagelsmann sagte überraschend ab, Graham Potter zögert wegen der Transferklauseln. Intern wird Ryan Mason erneut zur Notlösung gehandelt – eine Personalie, die die Fangruppe spaltet, weil sie einen erfahrenen Retter einfordert.

Die Spieler gaben sich nach der Kabinenbesprechung aalglatt. „Wir sind alle schuld“, murmelte Kapitän Son Heung-min, während Bergwijn und Kulusevski schon vor zwei Wochen Berater wechselten. Die Frage ist nicht mehr, ob Tottenham die Klasse hält, sondern ob die nächste Entscheidung rechtzeitig ankommt, bevor die Saison in den Play-out-Bereich rutscht.

London, 18:30 Uhr, Sonntag. Die Hotspur-Werbung an der Station Seven Sisters blinkt noch immer: „To dare is to do.“ Die Realität lautet: To dare is to sack – und dann zu hoffen, dass der neue Mann die Abstiegszone noch vor Anpfiff verlässt.