Tottenham feuert tudor nach 42 tagen – hütter soll die rettung bringen
42 Tage, ein Punkt, keine Antworten. Tottenham Hotspur hat Igor Tudor am Sonntagabend freigestellt – und damit den dritten Trainer innerhalb einer Saison hinausgeworfen. Die Niederlage gegen Atlético Madrid war nur die letzte Blamage, die wahre Katastrophe spielt sich in der Premier League ab: 13 Spiele ohne Sieg, Platz 17, ein Punkt Vorsprung auf West Ham. Die Luft war raus, die Uhr abgelaufen.
Die tudor-ära endet, bevor sie begann
Tudor übernahm am 14. Februar mit dem Auftrag, die Spurs aus dem Todeskampf zu ziehen. Stattdessen schoss er sie tiefer in die Krise. Fünf Liga-Spiele, eine Nullnummer, sieben Gegentore in den letzten beiden Partien – die Zahlen sind ein Todesurteil. Mit im Fall: Torwart-Coach Tomislav Rogic und Fitnesstrainer Riccardo Ragnacci, beide ebenfalls auf der Abschussliste. Die offizielle Formulierung „einvernehmlich“ klingt nach Vertragsauflösung statt Kündigung, doch im Klub kursiert ein anderer Begriff: „Notoperation.“
Die Kabine war längst weg. Spieler berichten intern von „taktischem Chaos“ und „Kraftwort-Training statt Plan“. Tudor versuchte, aus einer Mannschaft, die seit November nicht mehr gewann, plötzlich eine Pressing-Maschine zu bauen – und brach sich daran das Genick. Die 0:3-Pleite gegen Fulham vor eigenem Publikum war der Höhepunkt: keine Schusskraft, keine Idee, keine Reaktion.

Hütter steht in den startlöchern – aber die uhr tickt
Adi Hütter hat bereits grünes Licht signalisiert. Der 56-Jährige, im Oktober bei AS Monaco rausgeschmissen, kennt die Premier League nur aus Erzählungen, kennt aber Krisenclubs aus nächster Nähe. Bei Eintracht Frankfurt schleuderte er die Hessen in die Europa-League-Sensation, bei Gladbach rettete er den Klassenerhalt – beides Profile, die Tottenham jetzt braucht. Verhandlungen laufen auf Hochtouren, eine Entscheidung soll binnen 48 Stunden fallen.
Doch Hütter wäre nur die Notlösung. Langfristig flüstert der Klub einen Namen: Roberto De Zerbi. Der Italiener ist erst ab Sommer verfügbar und nur bei Klassenerhalt. Das ist kein Zufall. De Zerbi verlangt volle Planungssicherheit, keinen Feuerwehreinsatz. Tottenham muss also erst mal überleben, um dann richtig durchzustarten – ein Spagat, der den nächsten Trainer wiederum an die Kante treiben kann.
Die Saison ist noch nicht gerettet, die nächsten Gegner heißen Brighton und Aston Villa. Wer auch immer das Zepter übernimmt, bekommt kein Aufbaugegner, sondern direkt die Härte der Liga serviert. Die Fans haben schon ein neues Lied gelernt: „Three managers before Christmas – and still no win.“ Es klingt wie ein Fluch. Und vielleicht ist es das auch.
