Tottenham feuert tudor: 49 tage, sieben spiele, eine katastrophe

Valentinstag war kein Liebesbeweis, sondern ein Schnellschuss. Tottenham holte Igor Tudor, um den freien Fall zu stoppen. 49 Tage später ist klar: Der Kroate war kein Retter, sondern Beschleuniger. Nach dem 0:3 gegen Nottingham flog der 47-Jährige raus – mit nur einem Punkt aus sieben Partien, dem schlechtesten Start eines Spurs-Coaches seit 1934.

Die kinsky-idee wurde zur farce

Die kinsky-idee wurde zur farce

Tudors großer Coup hieß Antonin Kinsky. 22 Jahre, Champions-League-Debüt, 17 Minuten, zwei Blackouts, Pfiffkonzert. Die Torhüter-Rotation war als Mutakt gedacht, endete als Eigentor. Gegen Madrid (2:5) wechselte Tudor seinen Keeper früh raus – „so was habe ich in 15 Jahren noch nie gemacht“ – und lieferte damit das perfekte Symbolbild für ein Experiment, das nie Fußball, sondern Panik war.

Die Zahlen sind gnadenlos: 13 Pflichtspiele ohne Sieg, nur ein Tor Vorsprung auf Platz 18, die längste Durststrecke seit 90 Jahren. Die Fans skandierten „You don’t know what you’re doing“ – und hatten recht. Tudor versuchte es mit Dreierkette, dann mit Fünferkette, dann mit Glücksspiel. Keine Variante hielt länger als 70 Minuten. Die Mannschaft wirkte jedes Mal, als müsste sie sich selbst auf YouTube zusammenschauen, um zu verstehen, was gerade läuft.

Die Bosse hatten gehofft, der ehemalige Juve-Assistent könne die ruhige Hand werden. Stattdessen schwenkte er vom Laptop zum Ouija-Board. Dabei war der Klub schon vor ihm kaputt: Thomas Frank schaffte keine sieben Monate, die Transferstrategie ein Puzzle aus Notlösungen. Tudor übernahm eine Truppe, die nicht mehr an sich selbst glaubte – und bestätigte ihr den Glauben an den Abstieg.

Die Champions League? Ein Trostgeld. Als Tottenham gegen Atletico das 3:2 schaffte, war das Achtelfinale lähmgelaufen. Die Europa-Punkte retten nichts, wenn die Liga brennt. Und die brennt: Die nächsten Gegner heißen Brighton (Auswärts), Manchester City (Heim), Chelsea (Auswärts). Ohne Tudor, aber mit demselben Kader. Die Wettquoten für den Abstieg sind von 34,0 auf 6,5 geschrumpft – binnen drei Wochen.

Die Nachfolger-Suche läuft laut Insider auf zwei Spuren: Entweder ein Feuerwehrmann der alten Garde (Dyche, Warnock) oder der interne Liebling Ryan Mason, der schon 2021 die Rettung spielte. Was auch kommt: Es wird keinen dritten Valentinstag geben. Tottenham hat die Schnauze voll von kurzen Beziehungen. Die einzige Konstante heißt jetzt Abstiegszone – und die lässt sich nicht mit Rosen versöhnen.