Tottenham blamiert sich: 1:3 zur halbzeit, platzverweis und leere ränge

Es war keine Niederlage. Es war eine Demontage. Tottenham Hotspur liegt im Stadtduell gegen Crystal Palace nach 45 Minuten mit 1:3 zurück, spielt seit der 38. Minute in Unterzahl, und die eigenen Fans verlassen das Stadion noch vor dem Halbzeitpfiff. Wer das als normalen schlechten Tag im Büro abtut, hat den Ernst der Lage nicht begriffen.

Van de ven reißt alles mit sich

Dabei hatte Dominic Solanke die Spurs in der 34. Minute noch mit 1:0 in Führung gebracht. Vier Minuten Hoffnung. Dann kam Micky van de Ven, ehemals Wolfsburg, jetzt Problemfall: Der Niederländer zog Ismaila Sarr als letzter Mann im Strafraum zu Boden. Schiedsrichter Andrew Madley zögerte keine Sekunde — Notbremse, Elfmeter, Rote Karte. Sarr trat selbst an und traf zum 1:1 in der 40. Minute.

Was danach folgte, hatte etwas Grausames. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs verspielte Mathys Tel, der Ex-Bayern-Leihspieler, den Ball auf katastrophale Weise. Adam Wharton schaltete blitzschnell und bediente Jörgen Strand Larsen50 Millionen Euro teuer, kaltblütig wie ein Profi. Der Norweger spitzelte aus kurzer Distanz zum 1:2 ein. Noch war die Halbzeit nicht vorbei.

Sarr macht den schaden perfekt

Sarr macht den schaden perfekt

In der 45.+7. Minute schlug Sarr erneut zu. Sein Doppelpack besiegelte das 1:3 zur Pause. Die Reaktion der Heimfans war unmissverständlich: Ein gellendes Pfeifkonzert hallte durch das Stadion, während die ersten Zuschauer die Tribünen verließen. Nicht nach dem Schlusspfiff. Vor der Halbzeit.

Das ist kein Stimmungstief. Das ist ein Vertrauensbruch. Tottenham hat die letzten vier Premier-League-Spiele allesamt verloren, steht nach 29 Spieltagen bei gerade einmal 29 Punkten und trennt die Nordlondoner nur noch ein einziger Punkt vom direkten Abstiegsplatz. West Ham United lauert auf Rang 18 mit 28 Punkten — und die zweite Halbzeit wartet noch.