Toscana viar: die frau, die athletic bilbao und spanien fit macht
Es gibt keinen einzigen Biss, den die Profis von Athletic Bilbao oder der spanischen Nationalmannschaft nehmen, ohne dass Toscana Viar ihn vorher durchgeplant hat. Die 37-jährige Apothekerin, Unternehmerin und Ernährungsdirektorin hat sich in einem Umfeld durchgesetzt, in dem jeder Gramm zählt und jeder Fehler millionenteuer wird. Ihre Mission: Fußballer nicht nur satt, sondern schneller und robuster zu machen.
Warum ernährung das neue taktikboard ist
Vor zehn Jahren gab es in den Klubkantinen noch Paella für alle. Heute bestimmt ein Mikronährstoff-Plan, wer wann welche Kohlenhydrate tankt. „Die Spieler fragen nicht mehr: Was darf ich essen? Sie fragen: Warum hilft mir das?“, sagt Viar. Ihre Antworten kommen aus Laboren, Trainingsdaten und Blutwerten. Das Ergebnis: zwei Tage schnellere Regeneration, 23 % weniger Muskelverletzungen bei Athletic in dieser Saison. Zahlen, die den Klub-CFO hellhörig machen.
Die Wende begann 2015, als Viar als Praktikantin im Medizin-Team landete. „Damals hieß es noch: Weniger Brot, mehr Eiweiß. Fertig.“ Sie baute ein Monitoring auf, das bis in die Nacht misst, wie sich ein Spagetti-Mahl wirkt. Mittlerweile fliegen Biochemiker nach Auswärtsspielen mit, nur um die Küche des Gegners zu inspizieren. Geheimtipp der Spanierin: „Wir kochen mit Sherry-Essig. Er senkt den Blutzuckerspitzen nach dem Essen – und die Spieler merhen nichts.“

Mit weingummis gegen messi
Der größte Mythos? Kohlenhydrate würden dick machen. „Mancher Profi kommt mit Paleo-Bibel an, will nur Avocado. Drei Tage später hat er keine Power mehr gegen Pressing“, berichtet Viar. Ihre Lösung: gummiartige Kohlenhydrat-Würfel, die während des Spiels zwischen Zahn und Wange verschwinden. 30 Gramm Zucker, perfekt dosiert für die 70. Minute. „Wenn der Gegner schwerer wird, werden wir schneller“, lacht sie.
Dabei bleibt sie strikt individuell. Stürmer Iñaki Williams braucht 280 Gramm Carbs pro Tag, weil er 11 Kilometer mit Höchstgeschwindigkeit läuft. Torwart Unai Simón kommt mit 160 aus – aber dafür mehr Omega-3, um Reaktionssprünge zu schützen. „Jeder Körper ist ein eigenes Spiel“, sagt Viar. Kopieren verbietet sie: „Was dem einen Gold bringt, lässt den anderen erbrechen.“

Frauenfußball: der nächste goldgrab
Während Spanien bei der WM schied, arbeitete Viar schon an der Revanche. Ihr Fokus: die Zyklen der Nationalspielerinnen. „Wenn der Östrogen-Spiegel sinkt, verbrennt das Gehirn mehr Kohlenhydrate – das kann die Passquote um 5 % senken.“ Also stockt sie Eisen und B-Vitamine, genau zwei Tage vor der Periode. Der DFB beobachtet das Experiment. Ein Scouting-Tipp: „Deutsche Klubs suchen nach Leistungsdiätologinnen. Wer Spanisch spricht, hat die Kandidatin parat.“
Ihr Geheimrezept gegen Druck? Sie trägt eine Apotheker-Uhr mit Wecker. „Wenn ich mich nerve, schaue ich auf das Zifferblatt und denke: Du hast schon Pillen sortiert, das schaffst du auch mit Ronaldo.“

Die zukunft isst sich jung
KI-gesteuerte Blutwerte in Echtzeit, DNA-basierte Snacks, Mikrobiom-Tracking – alles schon in Test. „Aber am Ende gewinnt, wer das Langweilige konsequent macht: Schlaf, Wasser, Gemüse“, betont Viar. Ihr nächstes Projekt: eine „Longevity-Liga“, in der Klubs bonusieren, wie lange Spieler verletzungsfrei bleiben. Premiere 2025, mit Athletic als Pilotclub. Wenn das funktioniert, könnte Ernährung bald genauso viel Transferbudget wert sein wie ein Flügelstürmer. Ein Gedanke, der einige Vereinsbosse umdenken lässt – und Toscana Viar endgültig auf die Shortlist der mächtigsten Frauen im europäischen Fußball setzt.
