Torwart-poker in paris: donnarumma und alisson – wer hält die nerven?
Paris und Liverpool stehen im Champions-League-Achtelfinale vor einer spannenden Aufgabe: Die Frage nach der besten Hand unter dem Tor. Während Gianluigi Donnarumma und Alisson Becker in der Vorsaison noch die Stars der Show waren, deutet alles darauf hin, dass sich die Kräfteverhältnisse verschoben haben – zumindest vorerst.
Alissons glanzleistung im schatten des ausscheidungsduells
Die Erinnerung an das Hinspiel in Paris ist noch lebendig. Alisson Becker lieferte eine Leistung ab, die seinesgleichen sucht, parierte schier unglaubliche 2,26 erwartete Tore und hielt den Liverpool-Traum am Leben. Neun Paraden – eine Zahl, die an die Vorstellungskraft des Torwarts und die Überlastung der PSG-Offensive erinnert.
Doch das Happy End blieb aus. Ein unglücklicher Fehlpass in Anfield, eine Kommunikationspanne mit Konaté, und plötzlich war die Partie wieder offen. Ein Moment, der die gesamte Vorsaison überschattete und die Frage aufwarf, wer in Zukunft die Nummer eins zwischen den Pfosten sein würde.

Donnarummas dilemma: vom helden zum fragezeichen
Gianluigi Donnarumma, einst gefeiert als der nächste italienische Torwart-Titan, scheint aktuell am Scheideweg zu stehen. Seine Parade zweier Elfmeter gegen Núñez und Jones im Hinspiel katapultierte PSG zwar in die nächste Runde, doch die Konstanz fehlte ihm in der Folge. Luis Enrique, der neue Trainer, scheint eine andere Philosophie zu verfolgen und sucht nach einem Torwartprofil, das besser zu seinem Spiel passt.
Der Lille-Keeper Lucas Chevalier wurde für 40 Millionen Euro verpflichtet – ein klares Signal an Donnarumma. Der Italiener, der stets betonte, stets lächeln und für das Team arbeiten zu wollen, muss nun um seinen Platz kämpfen. Ein Kampf, den er gegen den jungen und aufstrebenden Matvei Safonov, der bereits in der Vorsaison im Schatten von Donnarumma stand, schwer gewinnen wird.

Safonov: der russische faktor im psg-tor
Safonov, internationaler Russe und vierfacher Elfmeter-Retter im Finale gegen Flamengo, scheint das Vertrauen des Trainers gewonnen zu haben. Luis Enrique lobt ihn als „Torwart der Weltklasse“ und betont seine technischen Fähigkeiten und seinen Mut. Seine Leistung in der Supercopa gegen Tottenham war allerdings alles andere als überzeugend, was ihm den Stammplatz kostete.
Auf der Gegenseite steht Giorgi Mamardashvili bereit, Alissons Stellvertreter im Liverpool-Tor. Der Georgier, der in dieser Saison bereits 14 Partien bestritt und dabei 24 Gegentore einleiten musste, ist zwar nicht in Topform, wird aber von Trainer Slot verteidigt: „Er könnte in vielen Teams die Nummer eins sein.“
Die Partie verspricht ein Duell der Torwart-Philosophien zu werden. Während Donnarumma und Alisson in der Vergangenheit ihre Klasse bewiesen haben, stehen sie nun vor der Herausforderung, sich neu zu beweisen – oder ihren Platz an die jüngere Generation abzugeben. Ein Wechsel der Garde, der die Champions League noch spannender macht.
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