Toronto handelt mit vip-tickets: wm-finanzierung am schwarzmarkt?
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 steht vor der Tür, und während sich Fans weltweit auf das Spektakel freuen, sorgt eine Entscheidung der Stadt Toronto für Aufsehen: VIP-Tickets werden auf den Kopf gestellt, um die enormen Kosten des Turniers zu decken. Ein riskantes Spiel mit den Regeln, das Fragen aufwirft.

Die stadt als ticket-händler: eine ungewöhnliche strategie
Toronto hat sich entschieden, massenhaft VIP-Tickets für die WM-Spiele in der Stadt zu erwerben, um diese anschließend teurer weiterzuverkaufen. Bürgermeisterin Olivia Chow verteidigte diese Maßnahme mit dem Argument, dass sie so die finanziellen Belastungen für die Steuerzahler reduzieren könne. Fast 11 Millionen kanadische Dollar wurden dafür investiert – ein beträchtlicher Betrag, der sich für die Stadt lohnen muss.
Doch nicht alle sind von dieser Strategie überzeugt. Stadtratsmitglied Jon Burnside verglich die Vorgehensweise mit dem Handel auf illegalen Zweitmarkt-Plattformen. Er bemängelte, dass die Stadt damit in eine fragwürdige Aktivität abrutsche. Auch Stadtratsmitglied Josh Matlow kritisierte die verzweifelte Suche nach Einnahmequellen, die letztendlich zu einem „Schwarzhandel“ mit Tickets führe.
Doch es gibt auch Befürworter. Sharon Bollenbach, Leiterin der Abteilung für die WM-Organisation in Toronto, betonte die Möglichkeit, Einnahmen zu generieren und die Chance zu nutzen, große Unternehmen anzulocken. Shelley Carroll argumentierte, dass das Geschäft gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit wichtig sei, um Investitionen nach Toronto zu lenken.
Die Situation ist komplex. Während die Stadt versucht, die Kosten für die WM zu decken, wirft ihre Vorgehensweise ethische Fragen auf. Es bleibt abzuwarten, ob sich das riskante Spiel mit den VIP-Tickets tatsächlich auszahlt und ob die kanadische Stadt nicht am Ende den Ruf als Schwarzmarkthändler davonträgt.
Die Preise für reguläre Tickets in Toronto sind bereits jetzt astronomisch – durchschnittlich 700 US-Dollar. Ob die FIFA, deren Präsident Gianni Infantino die hohen Preise verteidigt, die Situation in Toronto beobachtet, ist unklar. Fest steht: Die WM 2026 wird nicht nur sportlich, sondern auch finanziell ein Wettrennen.
