Toronto feuert gm treliving – leafs kurz vor dem absturz

Die Toronto Maple Leafs haben genug gesehen. Am Montag trennten sich die Ahornblätter von General Manager Brad Treliving – eine Entscheidung, die längst in der Luft lag, aber dennoch wie ein Paukenschlag durch die NHL-Welt hallt. Das stolzeste Franchise Kanadas steckt tief in der Krise, und die Zeit für halbe Maßnahmen ist offenbar vorbei.

Ein abgang mit ansage

Treliving übernahm den Posten im Mai 2023, nachdem Kyle Dubas die Organisation verlassen hatte – jener Dubas, der heute bei den Pittsburgh Penguins arbeitet. Die Aufgabe war klar: Toronto endlich über die erste Playoff-Runde hinausbringen. Was folgte, war zweimal frühes Scheitern. Ein Trainerwechsel musste her. Im April 2024 wurde Sheldon Keefe durch Craig Berube ersetzt, und tatsächlich reichte es in der vergangenen Saison immerhin bis in die zweite Runde.

Doch die laufende Spielzeit erzählt eine andere Geschichte. Eine bittere. Mit einer Bilanz von 32-30-13 hängen die Leafs in der Eastern Conference so weit zurück, dass ein Verpassen der Playoffs erstmals seit der Saison 2016/17 droht. Nur der knappe 5:4-Sieg nach Verlängerung bei den Anaheim Ducks verhinderte das vorzeitige Aus – ein Sieg, der sich weniger nach Aufbruch anfühlte als nach aufgeborgt.

Was keith pelley wirklich sagt

Was keith pelley wirklich sagt

Maple-Leaf-Sports-&-Entertainment-Präsident Keith Pelley formulierte den Rauswurf mit der üblichen Unternehmenssprache: Man habe die Lage eingehend analysiert, die Richtung neu bestimmt, das ultimative Ziel – den Stanley Cup für Toronto – im Blick behalten. Trelivings Stärken als Führungskraft und Mensch wurden ausdrücklich gelobt. Das ist in der NHL das Standardrepertoire, wenn jemand den Hut nehmen muss. Wer die Nachfolge antritt, ließ das Franchise bewusst offen.

Tortorella debütiert – vancouver versinkt

Tortorella debütiert – vancouver versinkt

Während Toronto noch kämpft, ist die Lage bei den Vancouver Canucks längst entschieden. Die West-Kanadier kassierten gegen die Vegas Golden Knights eine 2:4-Niederlage – die sechste in Serie – und zementieren damit ihren Platz als abgeschlagenes Schlusslicht der Liga. Ausgerechnet bei diesem Spiel feierte Trainer-Routinier John Tortorella seinen Einstand in Las Vegas. Der 67-Jährige war erst am Sonntag von den Knights verpflichtet worden und verbuchte sofort seinen 771. NHL-Sieg als Headcoach. Für Vancouver war es schlicht der nächste Tiefpunkt einer zum Vergessen verurteilten Saison.

Toronto hingegen lebt noch. Aber der Puls ist schwach, der Kader teuer, und die Geduld der Fans seit Jahren aufgebraucht. Treliving zahlt die Rechnung – und irgendwo in der Stadt reibt sich Kyle Dubas still die Hände.