Blübaum zockt in zypern um weltmeisterschaft: der deutsche, der kasparow beerben will
Matthias Blübaum sitzt in Pegia am Mittelmeer und spielt gegen den Weltmeister. 14 Partien, 14 Hemden, ein Traum. Als erster Deutscher seit 35 Jahren qualifizierte er sich für das Kandidatenturnier – und das mit der Nummer 32 der Welt.
Der außenseiter, der alle überrascht
„Ich werde irgendwie überleben“, sagt Blübaum und lacht. Zwischen den Partien organisiert er Wäscheservice. Die Hemden sind das kleinste Problem. Die große Frage: Schafft er den Sprung auf 2699 Elo-Punkte und rückt in die Weltspitze vor?
Sein Vater Karl-Ernst erinnert sich: „Es war immer klar, dass irgendwann ein Limit erreicht sein könnte. Aber er hat uns immer wieder eines Besseren belehrt.“ Die Schwestern weckten die Schachbegeisterung. Mit sechs Jahren schob er die ersten Figuren. Heute sitzt er am selben Tisch wie der Weltmeister.

Die 86.000-euro-wette auf den traum
Das Bundeskanzleramt, der DSB und regionale Verbände pumpen 86.000 Euro in den Aufstieg. 21.000 Euro kamen per Crowdfunding. Personal, Rechner, Sekundanten – Blübaum baut eine kleine Armee auf. „Materialschlacht“ nennt das Sportdirektor Kevin Högy.
Die Rechnung: 700.000 Euro Preisgeld winken. Der Sieger kassiert 70.000 Euro, pro halber Punkt gibt es 5.000 Euro obendrauf. Blübaum holte aus den ersten zwei Partien zwei Remis gegen stärkere Gegner. Ein Auftakt, der Hoffnung macht.

Der tag, an dem hübner starb und blübaum aufwachte
Robert Hübner war 1991 der letzte Deutsche im Kandidatenturnier. Heute ist Hübner tot, und Blübaum sitzt an seinem Platz. Die Eltern verfolgten die Qualifikation von einer Radtour aus. Bei jedem Stopp das Handy gezückt. „Das war schon irre“, sagt die Mutter.
Blübaum studierte Mathematik bis 2022, danach ging es nur noch ums Schach. 2698 Elo – eine Ziffer fehlt zur 2700er-Marke. Das Kandidatenturnier gilt als härtestes Turnier des Jahres. Mental und physisch. Blübaum braucht frische Hemden und eine Top-Verfassung.
Die Fakten sind klar: Ein Deutscher spielt um die Weltmeisterschaft. Das ist keine Geschichte über Schach. Das ist eine Geschichte über den Traum, der nicht sterben will.
