Torino: d'aversa bleibt? cairo deutet abschied an

Ein Derby, das mehr als nur granatraote Leidenschaft zeigte: Torino und Juventus trennten sich am Mittwochabend 2:2 in einem packenden Spiel. Doch während die Fans noch vom Kampf auf dem Platz schwärmen, brodelt es hinter den Kulissen – um die Zukunft von Trainer Roberto D’Aversa.

Präsident cairo: „ich habe d’aversa geschätzt“

Präsident cairo: „ich habe d’aversa geschätzt“

Urbano Cairo, der Präsident des Toro, zeigte sich nach dem Spiel sichtlich zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. „Wir hatten eine schöne Reaktion und es war ein schönes Spiel, besonders die zweite Halbzeit“, so Cairo gegenüber den Medien. Die eingewechselten Spieler, allen voran Casadei mit seinem Treffer und Njie, der „sehr gut reingekommen ist“, trugen maßgeblich zum Punktgewinn bei. Auch Nkounkou überzeugte bei seinem Einsatz. Cairo betonte die Bedeutung des Derbys für die Fans und die Atmosphäre im Stadion.

Doch die Freude über den Derby-Erfolg trügt sich, denn die Zukunft von D’Aversa steht auf dem Prüfstand. Sein Vertrag läuft am 30. Juni aus, und Cairo deutete eine mögliche Trennung an. „Ich werde morgen [heute, Anm. d. Red.] Petrachi [den Sportdirektor] sehen, wir werden gemeinsam Bilanz ziehen und dann sehen“, erklärte der Präsident. Er lobte D’Aversa zwar für seine Arbeit in einer schwierigen Phase, insbesondere nach der „schrecklichen“ Niederlage in Genua, betonte aber auch, dass er „sehr positiv“ auf die weitere Entwicklung blicke und die Entscheidung gemeinsam mit Petrachi treffe.

Ein Detail, das viele übersehen: Die verpasste Champions League für Juventus Turin. Cairo ließ verlauten: „Ich denke an uns. Was uns interessiert, ist eine Mannschaft mit bestimmten Qualitäten, die Ergebnisse erzielt, die unsere Fans freuen.“ Die Konzentration liegt also klar auf der eigenen Zukunft, nicht auf dem Missgeschick des Erzrivalen.

Giovanni Simeone, der argentinische Stürmer, scheint fest im Blickwinkel des Präsidenten zu sein. „Simeone ist mein Liebling, ich wollte ihn unbedingt und er hat während der gesamten Saison sehr gut gespielt“, so Cairo. Seine elf Tore in der Saison sind ein Beleg für seine Bedeutung. Die Frage ist, ob er auch in der kommenden Saison die entscheidende Rolle spielen wird.

Doch neben den sportlichen Aspekten war Cairo auch von den Vorfällen vor dem Derby schockiert: „Was passiert ist, ist schrecklich, es tut mir sehr leid. Wir müssen nicht vergessen, dass wir immer vom Fußball sprechen, von einem schönen Spiel. Im Stadion soll sich die Leute amüsieren. Dass solche Situationen entstehen, tut mir sehr leid.“

Die Entscheidung über D’Aversa wird in den kommenden Tagen fallen. Ob der Trainer eine neue Chance erhält oder ein neuer Mann an die Seitenlinie kommt, bleibt abzuwarten. Fest steht: Torino blickt mit gemischten Gefühlen in die Zukunft – voller Hoffnung auf eine bessere Saison, aber auch mit der Ungewissheit, wer den Verein in den kommenden Spielen führen wird.