Torhüter-chaos in der serie a: sommer der fliegenden keeper

Mailand – Wer Sommerpause sagt, muss in Italien eigentlich Torhüterroulette schreien. Zwischen den Pfosten der Serie A droht die größte Seemannsgarn-Saison seit Jahren. Kein Klub, kein Name, keine Ablösesumme gilt als sicher. Die großen europäischen Haie kreisen bereits, während die Klubs an der Stiefelspitze ihre letzten Bastionen verteidigen.

Wo die karten neu gemischt werden

Beim FC Inter pocht Bayern München erneut an Yann Sommer. Die Nerven liegen blank, denn hinter dem Schweizer wartet nur noch Onana-Gedächtnis und ein freiwilliges Gehaltverzichts-Duo. Kein Wunder, dass Simone Inzaghi laut Gazzetta dello Sport schon Aufstellungspläne für drei verschiedene Keeper zeichnet.

Napoli hat das Alex-Meret-Dilemma. Der Vertrag läuft 2025 aus, der Berater fordert eine Gehaltsexplosion, und Paris Saint-Germain hält das Scheckbuch bereits offen. Präsident De Laurentiis sinniert öffentlich über Rui Patricio als Notnagel – ein Satz, der im Stadio Maradona für Pfeifkonzerte sorgt.

Roma, milan und juve: drei puzzle, null kantenlänge

Roma, milan und juve: drei puzzle, null kantenlänge

In Rom jagt Tiago Pinto einen Rui Silva, der noch gar nicht weiß, dass er gejagt wird. Gleichzeitig wartet Mile Svilar auf seine große Stunde. Dazwischen steht Rui Patricio, der nur mit einem goldenen Handschlag abtreten will. Drei Torhüter, zwei Nervenzusammenbrüche, eine Lösung: Vertrauen auf José Mourinho, der schon mal zwei Keeper gleichzeitig aufstellte.

AC Milan spielt Poker mit Mike Maignan. Chelsea legt 45 Millionen auf den Tisch, Maldini winkt ab. Doch hinter den Kulissen arbeitet Geheimfavorit Diogo Costa an einem Schnelldeal – nur für den Fall, dass der Franzose doch kippt.

Juventus setzt alles auf Wojciech Szczęsny, der sich selbst beschimpft, aber nie verkaufen will. Wenn die Bianconeri den polnischen Dauerbrenner abgeben müssten, würde Guglielmo Vicario von Empoli sofort für 20 Millionen springen. Paratici lacht, weil er ihn vor drei Jahren schon mal ausgerechnet hatte.

Atalanta, bologna und der rest: kleine klubs, große träume

Atalanta, bologna und der rest: kleine klubs, große träume

Atalanta bastelt an Marco Carnesecchi-Plus-Option-Deal mit Cremonese. Ein Spiel, das erst dann spannend wird, wenn Manchester United mit 30 Millionen plus-Boni klopft. Gasperini schickt heimlich Scoutingvideos von Rui Silva, falls der Plan platzt.

Bologna träumt von Lukas Hradecky, der bei Leverkusen unzufrieden ist. Doch der Finne will keine Zweitklassigkeit, und die Felsenfesten haben nur 12 Millionen in der Kasse. Thiago Motta wünscht sich stattdessen einen Loan-Deal mit Kaufoption, der sofortige Stabilität verspricht.

Der FC Como wagt den Coup: Salvatore Sirigu soll die Rückkehr in die Serie A sichern. Der 37-Jährige lacht über das Angebot, schickt aber trotzdem seine Berater nach Italien – für ein letztes Abenteuer mit dem Logo eines Sees.

Die rechnung steht noch aus

Sollte die Kettenreaktion einsetzen, dürften sich die Ablösesummen verdoppeln. Experten rechnen mit mindestens 250 Millionen Euro, die nur für Torhüter fließen. Die großen Gewinner wären die Mittelklubs, die ihre Keeper für Mondpreise abgeben. Die Verlierer: Fans, die plötzlich neue Namen lernen müssen.

Am Ende zählt nur eines: Wer im Sommer 2024 die ruhigste Hand an der Angel hat, wird im Mai 2025 die Meisterschale strecken. Und vielleicht erinnert sich dann jemand an diesen verrückten 2. Juni, als alles begann – mit einem Telefonat zwischen Mailand und München.