Van der breggen dominiert zeitfahren beim giro d'italia
Anna van der Breggen vom SD Worx - Protime hat heute beim Giro d'Italia ein beeindruckendes Zeitfahren abgeliefert und die vierte Etappe in Belluno/Nevegal deutlich gewonnen. Mit einem Vorsprung von über einer Minute auf ihre ärgsten Verfolgerinnen zeigte sie eine Klasse, die ihre Konkurrentinnen in die Verlegenheit brachte.
Die königsetappe offenbart neue kräfteverhältnisse
Die 12,7 Kilometer lange Einzelzeitfahrt, davon 11 Kilometer steil bergauf mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,4 % und einem zentralen Abschnitt über 10 %, war als erste echte Zerreißprobe für die Gesamtklassementfavoritinnen vorgesehen. Und van der Breggen ließ keine Zweifel aufkommen: Sie ist in Topform. Dieser Triumph ist ihr erster Sieg gegen die Uhr seit 2021, als sie bereits beim Giro d'Italia eine Zeitfahrt in dieser Weise dominierte.
Die Überraschung des Tages war zweifellos Elisa Balsamo (Lidl-Trek), die das Pinke Trikot der Führenden abgeben musste. Die Sprintexpertin hatte schlichtweg nichts entgegenzusetzen, als es auf die steilen Rampen ging und kam fast neun Minuten später ins Ziel. Die Zahl spricht für sich: 40:52 Minuten für Balsamo gegen 31:38 Minuten für van der Breggen.
Marlen Reusser (Movistar) zeigte zwar eine starke Vorstellung und markierte mit 32:42 Minuten den zweitbesten Wert, bewies aber, dass sie auf diesen anspruchsvollen Anstiegen noch Luft nach oben hat. Auch Demi Vollering (FDJ United - Suez) blieb mit 32:48 Minuten dicht hinter Reusser, doch die Konkurrenz war heute einfach zu stark.
Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) hingegen blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Siegerin der Zeitfahrt beim Giro d'Italia 2024 verlor über eine Minute und 51 Sekunden auf van der Breggen und fast eine Minute auf Reusser und Vollering. Ihr achte Platz im Gesamtklassement ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sie sich nicht optimal auf diese Etappe vorbereitet hat.

Die bergwertung wird die entscheidung bringen
Die fünfte Etappe führt die Peloton morgen nach Sante Stefano di Cadore und verspricht weitere spannende Duelle. Mit dem Passo Tre Croci, dem Passo di Sant'Antonio und der Costa, die zweimal erklommen wird, stehen die ersten bedeutenden Bergwertungen auf dem Programm. Der Passo Tre Croci könnte bereits erste Vorkenntnisse für die endgültige Klassifizierung liefern.
Anna van der Breggen hat nicht nur das Zeitfahren gewonnen, sondern auch das Pinke Trikot übernommen. Die Frage ist nun: Kann sie ihre Form halten und die Konkurrenz in den Bergen bezwingen?
