Tolisso: lyon-comeback katapultiert ihn zurück auf die wm-bildfläche?
Corentin Tolisso, einst gefeierter Star des FC Bayern, scheint in Lyon eine neue Karrierephase zu erleben. Der 31-Jährige führt Olympique Lyon mit beeindruckender Form in Richtung Champions League und weckt damit die Frage: Kann er sich für die WM in den USA, Mexiko und Kanada empfehlen?
Die rückkehr des kapitäns
Nach einer Phase der Ungewissheit hat sich Corentin Tolisso zu einer zentralen Figur bei Olympique Lyon entwickelt. Seine Leistung im jüngsten 4:2-Sieg gegen Stade Rennes – ein Tor und zwei Vorlagen – unterstreicht seine derzeitige Bedeutung für das Team. Es war erst die dritte Partien in 231 Ligue 1-Spielen, in denen ihm drei Torbeteiligungen gelangen. Die Bilanz von zehn Treffern in der laufenden Saison, darunter sieben im Kalenderjahr 2026, ist beispiellos für einen Mittelfeldspieler der Liga.
Teamkollege Endrick schwärmte nach dem Spiel von Tollisos Leistungen: „Er ist unser bester Spieler, unser Kapitän, unser Anführer.“ Auch Innenverteidiger Clinton Mata zeigte sich beeindruckt: „Ich weiß gar nicht mehr, was ich über seine Leistungen sagen soll. Er ist ein vorbildlicher, entschlossener Kapitän.“ Diese Worte bestätigen nicht nur die sportliche Bedeutung Tollisos, sondern auch seine Rolle als Führungsfigur in der Mannschaft von Trainer Paulo Fonseca.

Von der durststrecke zum cl-kurs
Lyon hat eine bemerkenswerte Wende hingelegt. Nach einer enttäuschenden Phase zwischen Ende Februar und Anfang April, in der sechs Spiele in Folge ohne Sieg blieben, drohte der Champions-League-Platz zu entgleiten. Doch die Mannschaft schöpfte neue Kraft und sicherte sich mit Siegen gegen PSG unter anderem die Qualifikation für die begehrte Königsklasse. L’Équipe nannte Tolisso den „großen Architekten der starken Saison von Lyon“ und betonte, dass er „vielleicht die beste Saison seiner Karriere spielt.“

Die wm-debatte
Die aktuelle Form von Tolisso hat die Diskussion um eine mögliche Rückkehr in die französische Nationalmannschaft neu entfacht. L’Équipe spekuliert, ob Nationaltrainer Didier Deschamps den Mittelfeldspieler für die WM in Nordamerika berücksichtigen könnte. Tolisso selbst äußerte nach der Nicht-Berufung für die Länderspiele im März Enttäuschung: „Ich war ein bisschen enttäuscht, als der letzte Kader bekannt gegeben wurde. Ich hatte geglaubt, dass ich dabei sein würde.“ Doch mit seiner aktuellen Leistung zeigt er, dass er noch immer zu Höchstleistungen fähig ist.
Die Entscheidung liegt nun bei Deschamps, doch Tolisso hat in den letzten Wochen und Monaten zweifellos überzeugende Argumente für eine Nominierung gesammelt. Seine Führungsqualitäten, seine Torgefahr und seine Kreativität im Mittelfeld machen ihn zu einer wertvollen Ergänzung für das französische Nationalteam. Ob es für ihn zu einem Comeback reicht, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Corentin Tolisso ist zurück – und er will mehr.
