Titz zerschneidet heilige karten: källmann droht bank, pichler jetzt erste wahl

Christian Titz schlägt um sich. Nach dem späten Schalker Remis und vier torlosen Spielen von Benjamin Källman zieht der 96-Coach die Notbremse – und setzt den Innenstürmer mit 13 Saisontreffern gegen Braunschweig womöglich auf die Bank. Die Botschaft: Leistung zählt, nicht der Name.

Der sturmplatz ist kein festmahl mehr

Die Ladehemmung des Finnen öffnet Benedikt Pichler die Tür. Sein Kopfball in der 96. Minute in Gelsenkirchen war mehr als ein Retter: Es war ein Bewerbungsschreiben. Titz lobt offen: „Pichi gibt uns einen großen Wert.“ Wer zuletzt traf, darf auch beginnen – so lautet die neue Devise. Källman dürfte kurz vor dem Freitagsspiel erfahren, dass Trefferflauten Konsequenzen haben.

Auch auf dem Flügel droht Elias Saad der Abstieg. Die Augsburg-Leihe blieb in den letzten Partien blass, in Gelsenkirchen half nur die Halbzeit-Auswechslung. Husseyn Chakroun sprang ein, tankte, dribbelte, störte. Der 21-Jährige liefert die Energie, die Titz liebt: hohe Aktionsdichte, Risiko, Spielfreude. „Wir können ihn jederzeit bringen“, sagt der Trainer und meint: Er wird ihn bringen.

Das derby ist mehr als drei punkte

Das derby ist mehr als drei punkte

Am Freitag (18.30 Uhr, Heinz-von-Heiden-Arena) steht der Traditionskracher gegen Eintracht Braunschweig an. 96 gewann das Hinspiel 3:0, doch die Tabelle kennt keine Sentimentalitäten. Mit Schalke, Darmstadt, Elversberg und Paderborn atmet Hannover nur im Aufstiegsnacken. „Wir punkten seit der Rückrunde konstant“, betont Titz. Konstanz heißt jetzt: Sieg um jeden Preis.

Die Fans spüren die Brisanz. Titz versucht, Druck abzubauen: „Die Spieler wissen, was auf sie zukommt.“ Aber sie wissen auch: Wer nicht liefert, fliegt. Selbst Kult-Torschützen. Selbst Stammspieler.

Die Arena wird brodeln, 50 000 Watt Fanliebe treffen auf einen Trainer, der bereit ist, heilige Kühe zu schlachten. Die Message ist klar: Der Derby-Sieg beginnt auf der Bank. Und dort steht jetzt auch mal ein Torschützenkönig.