Miami-debakel: hanfmann und struff raus – zverev darf zuschauen

Yannick Hanfmann fluchte, Jan-Lennard Struff schwieg. In Miami schickten zwei Teenager die deutschen Tennis-Herren nach Hause – und Alexander Zverev darf das Spektakel erstmal nur aus der Ferne verfolgen.

Generationenduell endet mit k.-o.

Hanfmann, erst vor zwei Wochen noch im Endspiel von Santiago, verlor gegen den 19-jährigen Spanier Rafael Jodar 4:6, 6:4, 1:6. Die zweite Satzführung war ein Strohfeuer: Im dritten Durchgang brach der 34-Jährige zweimal zum 0:3 und 1:5 ein. Die Quote am Netz (48 %) verrät, warum der Karlsruher diesmal keine Antwort fand.

Struff folgte auf dem Nebenplatz. Gegen Darwin Blanch, erst 18, war er chancenlos, obwohl er Satz zwei drehte. Beim 3:6, 6:3, 3:6 entschied die Kondition: Blanch lief 3,2 km mehr, schlug 23 Winner – Struff nur 14. Nach 1:25 Stunden verwandelte der US-Junior seinen ersten Matchball. Deutschlands Davis-Cup-Starter verpasst damit die zweite Runde zum vierten Mal in Serie.

Zverev muss warten – und das ist kein geschenk

Zverev muss warten – und das ist kein geschenk

Während seine Landsleute packen, genießt Alexander Zverev ein Freilos. Theoretisch ein Vorteil, praktisch ein Risiko: Er hat kein Matchrhythmus, wenn er auf den Sieger von Martin Damm und Jacob Fearnley trifft. Die letzten Jahre zeigten, dass „Sascha“ nach längeren Pausen selten sofort Top-Niveau findet. Miami gilt als seine härteste Prüfung vor Roland Garros – und die Uhr tickt.

Die Bilanz der deutschen Delegation nach Tag eins: zwei Einzel, zwei Niederlagen, null Tiebreaks gewonnen. Die Statistik nagt an Hanfmann: Er verlor fünf seiner letzten sechs Drei-Satz-Matches auf Hartplatz. Struff bleibt ohne Turniersieg seit 2017. Für den DTB ein Frusttag, der sich absehbar anbahnte – beide Profis hatten sich über die Quali qualifiziert, also schon Kilometer in den Beinen.

Die US-Herbstserie ist damit schon vor dem Wochenende ohne deutsche Beteiligung. Hanfmann fliegt direkt nach Europa, um auf Challenger-Niveau Punkte zu sammeln. Struff plant eine Trainingswoche in Florida – mit oder ohne Coach, das will er intern klären. Für Zverev beginnt der Ernst erst in 48 Stunden. Dann muss er liefern, sonst wird Miami zur deutschen Leerstelle auf der Road to Turin.