Tigges köpft scp zurück auf aufstiegsplatz – dresden verspielt führung
90 Minuten lang schwieg das Stadion, dann brüllte es wieder. Steffen Tigges schlug zweimal zu, Dresdens Abwehr zweimal zu spät. Der SC Paderborn drehte das 0:1 in ein 2:1, klettert vorläufig auf Rang zwei und lässt Dynamo erstmals nach fünf Spielen wieder als Besiegte nach Sachsen zurück.
Tigges’ kopfball-serie bleibt makellos
Seine Saisonziffern sind längst eine kleine Fußball-Kuriosität: fünf Tore, alle mit dem Kopf, alle im heimischen Home-Dress, alle nach Einwechslung. Die beiden Treffer gegen Dresden (66./85.) waren bereits die vierte und fünfte Kopfball-Entscheidung des ehemaligen Kölners – ein Quäntsel Glück für Trainer Ralf Kettemann, der nach dem 1:1 in Bielefeld sogar seinen Top-Torschützen Filip Bilbija auf die Bank gesetzt hatte.
Die Gäste hatten zunächst alles im Griff. Vincent Vermeij köpfte nach einer Ecke am zweiten Pfosten ein (32.), Ben Bobzien scheiterte später an der Latte (54.) – und plötzlich war der Matchplan Makulatur. „Wir haben die Räume nicht mehr eng genug gemacht“, sagte Dynamo-Coach Heiko Scholz nach Abpfiff, „und dann bestraft ein Kopfball-Spezialist unsere Unaufmerksamkeit.“

Paderborn wieder in spur – schalke kann vorbeiziehen
Mit 51 Punkten springt der SCP zumindest für ein paar Stunden auf Platz zwei. Ab 20.30 Uhr empfängt Schalke den Verfolger Darmstadt; bei einem Königsblau-Sieg rutscht Paderborn wieder auf Rang drei. Die Tabelle der 2. Liga ist so knapp wie selten: Zwischen Platz 2 und Platz 5 liegen nur zwei Zähler, zwischen Aufstieg und Playoff-Hoffnung oft nur eine Standardsituation.
Die Dresdner dagegen müssen den Frust verdauen. Erstmals nach fünf Partien verließen die Sachsen als Verlierer den Platz – und das, obwohl sie 60 Minuten lang das bessere Team waren. „Wir haben die Räume gelassen, die Paderborn braucht“, bilanzierte Christoph Daferner, dessen Großchance kurz vor dem Ausgleich noch das 2:0 hätte bedeuten können. Stattdessen war es Tigges, der die Hereingabe von Stefano Marino verwertete – und Dresdens Keeper Tim Schreiber sah dabei nicht gut aus.
Paderborn feiert, Dresden hadert. Am Horizont bereits das nächste Duell: Für den SCP geht es am Samstag nach Kiel, Dynamo empfängt schon am Freitag Kaiserslautern. Die Liga tobt weiter – und Tigges’ Kopf ist noch längst nicht am Ende.
