Klose zerstört den traum seines lebensclubs: 3:0 für nürnberg, 9 punkte rückstand für lautern
Max-Morlock-Stadion, 83. Minute: Luka Lotschoschwili köpft zum 3:0 ein, die Kurve explodiert, Miroslav Klose dreht sich weg, keine Geste. Der 1. FC Nürnberg schlägt den 1. FC Kaiserslautern mit 3:0 und begräbt die ohnehin schon kümmerliche Aufstiegsreise seiner einstigen Liebe.
Klose bleibt ungeschlagen gegen die rote jugend
Seit er Trainer ist, hat der Rekordnationalspieler viermal gegen den FCK gespielt – viermal gewonnen. Das ist keine Statistik, das ist eine persönliche Vendetta gegen die Illusion, er würde seinen Herzensclub je schonen. Bereits nach 120 Sekunden zeigte sich, dass ihm daran gelegen ist: Lotschoschwili stieg nach Ecke von Erik Wekesser am höchsten, köpfte zur frühen Führung. Die Pfälzer wirkten wie gelähmt, erst in der 37. Minute ein Aufbäumen: Paul Jolys Flanke knallte gegen die Latte, FCN-Keeper Jan Reichert war machtlos.
Doch die Lauterer, die vor einer Woche im Derby Karlsruhe mit 3:0 demontiert hatten, erwischten nach der Pause den nächsten Schlag. Semih Sahin grätschte ungestüm gegen Mohamed Ali Zoma, Schiedsrichter Felix Brych zeigte sofort auf den Punkt. Adam Markhiev ließ sich nicht zweimal bitten – 2:0, Spiel entschieden. Die Gäste versuchten zu antworten, doch ihre Bemühungen wirklich planlos. Als Lotschoschwili in der 83. Minute erneut einköpfte, war die Messe gelesen.

Neun punkte – das ist keine lücke, das ist ein grab
Der Rückstand auf die Aufstiegsplätze wuchs auf neun Zähler. Bei noch acht Spieltagen ist das kein Hinterstand mehr, das ist ein Befund. Kaiserslautern bleibt im Mittelfeld stehen, während Nürnberg sich mit 38 Punkten endgültig aus dem Abstiegsstrudel verabschiedet. Für Klose ist die Rechnung simpel: Je schneller der FCK unten durch ist, desto schneller kann er oben weitermachen. Der Coach sprach nach dem Spiel von „Kontrolle und Effizienz“, doch seine Miene verriet wenig Euphorie. Er kennt die Sehnsucht der Lauterer, er hat sie einst gelebt. Heute bestraft er sie dafür.
Die Zahlen sind hart: 13 Tore hat Nürnberg in den letzten fünf Spielen geschossen, nur zwei kassiert. Die Defensive um Lotschoschwili und Leon Guwara wirkt wie eingeschweißt, vorne nutzt Wekesser jede Unachtsamkeit der Gäste. Für Kaiserslautern bleibt nur die Erkenntnis: Der Mythos vom emotionalen Heimvorteil zählt nicht, wenn der eigentliche Held auf der gegnerischen Bank steht. Die Saison ist für sie gelaufen – und für Miroslav Klose erst richtig gestartet.
