Skurriles intermezzo: paraguays galarza stiehlt schiedsrichteruhr!
Los Angeles bebte gestern Fußballgeschichte – und ein wenig Chaos. Im Vorrundenspiel zwischen der Türkei und Paraguay bei der WM in Nordamerika kam es zu einer Szene, die selbst gestandene Fußballprofis ins Staunen versetzte: Paraguays Matías Galarza erbeutete die Schiedsrichteruhr von Iván Barton und trug sie kurzzeitig selbst am Handgelenk.

Ein fragwürdiges verhalten auf dem spielfeld
Was genau Galarza dazu veranlasste, die teure Uhr des Unparteiischen anzulegen, bleibt ein Rätsel. Der Vorfall ereignete sich während des hitzigen Duells in Los Angeles, das letztendlich in einem 1:0-Sieg für Paraguay endete. Barton, der als Schiedsrichter eine Schlüsselrolle spielte, konnte seine Uhr glücklicherweise zurückerhalten, nachdem Galarza sie ihm widerwillig aushändigte.
Die Reaktion war prompt. Ehemaliger Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittich äußerte bei MagentaTV deutliche Kritik: „Was geht da in einem Spieler vor? Bei aller Liebe!“ Seine Worte unterstreichen die Absurdität der Situation und verdeutlichen, dass solches Verhalten auf dem Spielfeld inakzeptabel ist.
Doch die Partie war nicht nur wegen des kleinen Diebstahls von Galarza in aller Munde. Barton musste ebenfalls für Aufsehen sorgen, als er Miguel Alvirón aus Paraguay in der ersten Halbzeit die Rote Karte zeigte. Grund: Alvirón hatte seinen Mund bedeckt und etwas in Richtung des türkischen Spielers Mert Müldür gerufen. Eine Entscheidung, die im Zusammenhang mit den neuen FIFA-Richtlinien zur Ahndung von Rassismus auf dem Platz steht. Die Regel, die die Rote Karte als Strafe vorsieht, wurde erstmals bei dieser WM angewendet.
Die FIFA hat klare Vorgaben gemacht: Jegliche Form von Diskriminierung und rassistischem Verhalten hat keinen Platz im Fußball. Die schnelle und harte Reaktion des Schiedsrichters unterstreicht die Ernsthaftigkeit dieser Bemühungen. Ob sie letztendlich zur gewünschten Wirkung führen wird, bleibt abzuwarten. Die Tatsache, dass ein Spieler wie Galarza kurzzeitig von diesen Bemühungen ablenkte, ist bedenklich. Es zeigt, dass die Sensibilisierung noch nicht bei allen angekommen ist.
Die türkische Presse reagierte derweil mit scharfer Kritik auf das Ausscheiden ihres Teams. Schlagzeilen wie „Wie Haiti“ zeugen von der Enttäuschung und Frustration, die in der Türkei herrschen. Die WM in Nordamerika hat also nicht nur sportliche Höhepunkte, sondern auch einige unerwartete und diskutablen Momente hervorgebracht.
