Almiron sahrt spiel aus: neue regel kostet paraguay wm-hoffnungen

Santa Clara – Schockmoment bei der Fußball-Weltmeisterschaft: Miguel Almiron vom Paraguay ist nach einer strittigen Geste in der ersten Halbzeit des Spiels gegen die Türkei mit einer roten Karte vom Platz geflogen. Die neue Regel, die vom International Football Association Board (IFAB) im April eingeführt wurde, hat damit bei diesem Turnier ihren ersten, bitteren Test bestanden.

Ein vergehen mit weitreichenden folgen

Ein vergehen mit weitreichenden folgen

Die Partie zwischen Paraguay und der Türkei stand bei Almirons Platzverweis noch auf dem 1:0 für Südamerika. Der Mittelfeldspieler hatte sich in einem hitzigen Moment des Spiels gegenüber Mert Müldür offenbar die Hand vor den Mund gehalten – eine Geste, die nun mit einem direkten Platzverweis geahndet wird. Der Videoassistent wies Schiedsrichter Iván Barton darauf auf, was zu der umstrittenen Entscheidung führte.

Die Einführung dieser Regeländerung hatte im Frühjahr für Aufsehen gesorgt, als FIFA-Präsident Gianni Infantino sich vehement dafür einsetzte. Auslöser war der Vorfall um Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon, der im Champions-League-Playoff-Duell gegen Real Madrid Vinicius Junior rassistisch beleidigt haben soll und sich daraufhin das Trikot vor den Mund gezogen hatte. Infantino hatte damals erklärt, eine solche Handlung müsse als verstecktes, beleidigendes Statement interpretiert werden, da der Spieler sonst seinen Mund nicht bedeckt hätte.

Die Botschaft ist klar: Der Fußball-Weltverband nimmt den Kampf gegen Rassismus ernst und will durch diese Maßnahme eine klare Haltung demonstrieren. Ob diese Haltung nun wirklich zu einer Reduzierung von Diskriminierung im Sport führt, bleibt abzuwarten.

Für Paraguay bedeutet der frühe Platzverweis von Almiron nun eine erhebliche Belastung in der WM-Gruppe. Die türkische Mannschaft konnte sich diesen Vorteil natürlich zunutze machen und die Partie letztendlich für sich entscheiden. Die Paraguayer müssen sich nun fragen, wie sie ohne ihren Schlüsselspieler weiterkommen sollen. Die Entscheidung von Schiedsrichter Barton wird in den kommenden Tagen für viel Gesprächsstoff sorgen.