Saibari zündet die atlas-löwen nach 70 sekunden – schottlands party endet im schweigen
Ismael Saibari war noch nicht mal richtig warm, da lag der Ball schon im Netz. Nach 70 Sekunden zerstörte der PSG-Flügelflitzer die Tartan-Party in Foxborough, jagte Marokko mit einem 1:0 gegen Schottland praktisch ins WM-Achtelfinale und schickte eine 64.146 Menschen starke Armee in Orange-Blau in Ekstase. Die Bravehearts? Verdutzt, weil ihre Bagpipes plötzlich stumm blieben.
Der bayern-deal, der noch vor der halbzeit durchsickerte
Während Sa TV-Bilder Saibaris Jubel in Endlosschleife zeigten, flatterte in deutschen WhatsApp-Gruppen bereits die nächste Bombe hinein: Medizincheck in Dallas bereits am Dienstag, Ablöse 55 Millionen, FCB-Zusage so gut wie fix. Ein Eredivisie-Player des Jahres, der sich erst gegen Brasilien und jetzt gegen die Schotten in Rekordzeit in die Scouting-Berichte der Isar-Grauen rann.
Die Partie selbst? Ein einziges Auf-und-ab der Emotionen. Brahim Diaz, schon gegen Brasilien der Chef-Vorbereiter, schickte Saibari steil, der ließ Kieran Tierney stehen und nagelte die Kugel aus 16 Metern unhaltbar unter die Latte. Danach hätte Bilal El Khannouss sogar erhöhen können, doch der VfB-Jungstar verzog zweimal kläglich. Die Schotten wachten erst nach der Pause auf, als John McGinn im Strafraum zu Fall kam – Elfmeterpfiff? Fehlanzeige. Scott McTominay traf nur das Außennetz.

Hakimi unter buhsturm – das spiel neben dem rasen
Ein anderer Akteur spielte die ganze Woche schon vorab die Hauptrolle: Achraf Hakimi. Als der Kapitän sich beim Einlaufen die Hand an die Brust legte, brandete ein orkanartiges Buh durch die Foxborough-Nacht. Grund: das Gerichtsverfahren in Versailles wegen des Vergewaltigungsvorwurfs aus 2023. Der PSG-Profi nahm es gelassen, funkelte kurz in Richtung Schottische Kurve, konzentrierte sich dann wieder auf die Defensivarbeit. Er blockte, tackelte, trieb – und wurde am Ende doch zum Buh-Mann.

Schottlands trauer-moment in der 76. minute
In der 76. Minute wurde es still, ganz still. Die Tartan Army erhob sich, klatschte rhythmisch, sang „Flower of Scotland“ – zu Ehren eines 76-jährigen Fans, der am Sonntag in Boston verstorben war. Für 90 Sekunden war Foxborough schottisch, der Schmerz greifbar. Danach versuchte Steve Clarkes Team noch einmal alles, aber Marokkos Abwehr um Romain Saïss stand wie ein Fels.
Jetzt heißt es: Atlas-Löwen gegen Außenseiter Haiti – ein Punkt reicht. Schottland muss gegen Brasilien gewinnen und zugleich auf Schützenhilfe hoffen. Die Party in Boston ist vorbei, die Musik verstummte abrupt. Saibari fliegt dagegen schon weiter – Richtung München und vielleicht ins WM-Viertelfinale.
