Premier league schlägt schon wieder zu – bundesliga bangt um top-vier-platz

London feiert, Madrid zittert, Duisburg schaut neidisch: Mit dem 1:0 von Arsenal bei Sporting Lissabon hat die Premier League den fünften Champions-League-Startplatz für 2026/27 rechnerisch sicher. Die Bundesliga bleibt trotz des Prestige-Siegs von Bayern München bei Real Madrid (2:1) auf Rang drei der Fünfjahreswertung – und hat nur noch drei Teams in Europa.

Die zahl, die die liga ärgert: 5,3 punkte fehlen

25,013 Zähler stehen für England auf der Uefa-Uhr, 20,281 für Spanien, 19,714 für Deutschland. Klingt eng, ist es auch. Doch die Spanier haben noch sechs Klubs im Wettbewerb, wir nur drei. Mainz und Freiburg müssen im Conference League-Viertelfinale gegen West Ham respektive LASK überzeugen, sonst wird der Rückstand ungebremst größer. Die Rechnung ist simpel: Jedes Weiterkommen bringt Bonuspunkte, jedes Ausscheiden kostet nicht nur die Prämie, sondern schmälert auch den Koeffizienten.

Bayerns Erfolg im Bernabéu war ein Balsam, aber kein Wundermittel. Die Münchner holten 0,400 Punkte für den Verband, gleichzeitig sammelten Arsenal und Manchester City weitere 0,250. Der Vorsprung der Insel wächst – und mit ihm die Wut auf jene Clubs, die schon vor Weihnachten rausflogen.

Liverpool jubelt, leverkusen büßt

Liverpool jubelt, leverkusen büßt

Profitieren wird vermutlich der FC Liverpool. Jürgen Klopps Team liegt auf Platz fünf der Premier League, einen Punkt vor Chelsea. Für die Reds wäre es das erste Mal seit 2023, wieder zur Königsklasse zurückzukehren – ohne das Quali-Geplänkel. Auf der Insel spricht man schon vom „Slot-Joker“, weil der neue Coach Arne Slot genau diesen Luxus-Platz antreten dürfte.

In Deutschland dagegen droht der Ex-Champion Bayer Leverkusen, aktuell Tabellenfünfter, am letzten Spieltag noch auf Rang sechs zu rutschen. Dann wäre die Europa League das höchste der Gefühle – ein Imageschaden, der sich in millionenschweren Einbußen beim Sponsoring niederschlagen würde.

Die Uefa verteilt die beiden Extratickets an die Verbände mit der besten Gesamtbilanz. Letzte Saison gingen sie an England und Spanien, 2024 an Deutschland und Italien. Der Wechsel zeigt: Wer zuletzt lacht, lacht nicht unbedingt am längsten. Die Serie A ist mittlerweile abgeschlagen auf Platz vier, doch italienische Klubs wüten in dieser Runde – Milan, Inter, Roma, Atalanta – und könnten die Bundesliga schon im Sommer überholen.

Nur noch drei deutsche teams – und alle müssten ins halbfinale

Nur noch drei deutsche teams – und alle müssten ins halbfinale

Realistisch? Mainz trifft auf West Ham, Freiburg auf LASK, Bayern spielt gegen Arsenal. Wenn alle drei gewinnen, holt Deutschland maximal 1,800 Zähler plus eventuelle Bonuspunkte. Spanien könnte bei gleichen Erfolg der Sechs aber 3,600 kassieren. Die Lücke würde größer, nicht kleiner. Die Bundesliga braucht ein Fußball-Wunder – oder zumindest ein englisches Fiasko.

Doch die Premier League lacht nur müde. Die TV-Einnahmen explodieren weiter, der internationale Marktwert steigt. Während in Deutschland über 50+1 und Montagsspiele gestritten wird, feiert England den nächsten Coup. Die Champions League wird zur Liga der Reichen – und die Reichen kommen aus London, Manchester, Liverpool. Der Rest guckt zu. Oder eben nicht.