Parkplatz-jagd vernichtet 169 euro jährlich – und keiner checkt’s

Wer in Mailand, Rom oder Neapel seinen Wagen abstellen will, verliert im Jahr leise und lautlos bis zu 169 Euro – nur fürs Nicht-Stehn. Das zeigt eine neue Auswertung von Parclick.it, dem größten Online-Reservierungsdienst für Stellflächen in Italien.

Der Vorgang klingt harmlos: viermal blinken, zweimal die Kreuzung rauf, dreimal runter, irgendwo halb auf dem Bürgersteil. Doch der kleine Stadt-Ritual frisst Benzin, Nerven und bald auch das gesamte Mittagessen-Budget. Ein durchschnittlicher Benziner verbraucht laut Studie 6-7 Liter auf 100 km im Stop-and-Go. Für die 3-6 Extra-Kilometer, die man beim Parkplatz-Zirkeln zusammenfährt, gehen 0,25-0,45 Liter durch den Einspritzdüsen. Bei 1,66 Euro je Liter sind das 0,41-0,75 Euro pro Irrfahrt – multipliziert mit 225 Arbeitstagen ergibt sich die stille 93-169-Euro-Strafe, die kein Finanzamt, aber jeder Tank automatisch kassiert.

Die zweite falle heißt strafzettel

Die zweite falle heißt strafzettel

Wer spontan doch in die blauen Linien rutscht, zahlt drauf. In Mailand kostet das Verstreichen der Parkuhr 42-173 Euro, in Florenz 40-85 Euro. Die Städte haben ihre Gebühren 2024/25 kräftig erhöht: Neapel und Florenz schraubten um 23-25 Prozent nach oben, auch Rom und Mailand legten zweistellig zu. Die Alternative: mit zwei Klicks vorab reservieren und nach tatsächlicher Standzeit abrechnenParclick.it bietet diese Abrechnung pro Minute seit Jahresbeginn an.

Loht sich das? Die Mathematik ist gnadenlos: 169 Euro plus ein einziger Strafzettel von 100 Euro – fertig ist der Realschaden von 269 Euro pro Jahr, bevor das Ticket für die U-Bahn überhaupt gelöst wird.

Italiens Städte fehlen laut Branchenstudien knapp 700 000 Parkplätze. Solange Politik und Kommunen nicht liefern, bleibt nur eins: vorher buchen, statt danach bluten. Die App-Anbieter verdienen, der Bürger spart – und das Konto atmet auf, bevor der Motor ausgeht.