Olympia 2036: entscheidung in nrw könnte alles verändern

Köln/Rhein-Ruhr steht am Sonntag vor einer Zerreißprobe. Ein Bürgerentscheid entscheidet, ob die Region überhaupt noch im Rennen um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bleibt. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) blickt zwar gelassen auf das Ergebnis, doch die Brisanz ist unübersehbar.

Dosb: keine frage mehr der bewerbung, sondern der ausrichtung

Thomas Weikert, der Präsident des DOSB, sieht die Situation pragmatisch. „Mit München haben wir bereits einen Vorboten erlebt. Es geht nun nicht mehr darum, ob es überhaupt eine deutsche Bewerbung geben wird, sondern vielmehr um die Frage, wo genau die Spiele stattfinden können – in Köln/Rhein-Ruhr, in Kiel beim Segelsport oder anderswo“, erklärte er in einem Exklusivinterview. Das klingt beruhigend, doch die Wahrheit ist, dass ein negatives Votum die gesamte Strategie des DOSB gefährden könnte.

Die Sportbegeisterung, die seit Wochen in Rhein und Ruhr, sowie an der Ostseeküste spürbar ist, sollte sich nun in hoher Wahlbeteiligung widerspiegeln. Das wäre ein starkes Signal an das Internationale Olympische Komitee (IOC) und würde zeigen, dass Deutschland weiterhin hinter der Idee der Olympischen und Paralympischen Spiele steht. Doch ein klarer Korb der Wähler könnte die Ambitionen des DOSB erheblich beschädigen.

Nrw im fokus: gefahr durch städte wie köln und essen

Nrw im fokus: gefahr durch städte wie köln und essen

Besonders kritisch ist die Lage in Nordrhein-Westfalen. Sollten sich die Bürgerinnen und Bürger in Großstädten wie Köln, Essen oder Düsseldorf gegen eine Olympia-Bewerbung aussprechen, könnte das Konzept für das NRW-Konzept in weite Ferne rücken. Die Ergebnisse der Abstimmungen in 17 Kommunen in NRW und in Kiel werden am Sonntagabend erwartet. Nach dem Referendum in NRW folgt am 31. Mai die Entscheidung der Hamburger Bürger.

Berlin, der vierte deutsche Interessent, verzichtet auf eine Bürgerbefragung. Die Konzepte aller vier Städte müssen bis zum 4. Juni beim DOSB eingereicht werden. Der Verband wird diese dann anhand einer komplexen Matrix bewerten, in der neben der Zustimmung der Bevölkerung auch Faktoren wie die internationale Strahlkraft eine Rolle spielen. Die endgültige Entscheidung fällt am 26. September in Baden-Baden, wenn die Delegierten des DOSB abstimmen.

Die Vergabe der Sommerspiele 2036 wird vom DOSB voraussichtlich erst nach 2027 erwartet. Die kommenden Tage werden entscheidend sein – nicht nur für die beteiligten Städte, sondern für die Zukunft des deutschen Sports.