Neudrossenfeld: dorfverein feiert klassenerhalt – und schlägt zurück!

TSV Neudrossenfeld – ein Name, der in der Bayernliga Nord für Überraschungen steht. Nach einem turbulenten Saisonverlauf hat der Verein aus Oberfranken den Klassenerhalt vorzeitig gesichert und damit die Erwartungen vieler Experten deutlich übertroffen. Doch der Weg dahin war alles andere als einfach.

Ein holpriger start und die suche nach stabilität

Die Saison begann für den TSV Neudrossenfeld wie im Traum. Acht Spieltage lang thronte das Team von Trainer Andreas Baumer an der Spitze der Tabelle. Ein „kleiner Meilenstein“, wie der Coach damals sagte. Doch die Euphorie war trügerisch. Im Laufe der Hinrunde ließ die Leistung nach, und zur Winterpause fehlten nur noch fünf Zähler auf die Abstiegsrelegationsplätze. „Vielleicht haben sich in der Euphorie der Tabellenführung auch kleine Nachlässigkeiten eingeschlichen“, analysiert Baumer ehrlich.

Verletzungen und berufliche Ausfälle erschwerten die Situation zusätzlich. „Wir konnten diese Ausfälle nicht eins zu eins ersetzen“, so der Trainer. Dennoch blickt er positiv auf die erste Saisonhälfte zurück: „Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen, aber wir waren an keinem Spieltag auf einem Abstiegsplatz.“

Die wende im rückrundenkampf

Die wende im rückrundenkampf

Nach der Winterpause präsentierte sich der TSV Neudrossenfeld deutlich verbessert. Der 4:2-Sieg gegen den formstarken FV 04 Würzburg, bei dem man einen Zwei-Tore-Rückstand noch drehen konnte, war der entscheidende Wendepunkt. „Für uns als Dorfverein ist das ein Megaerfolg!“, betonte Baumer. Wer mehr erwartet, solle sich nicht ernst genommen werden.

Ein großer Umbruch im Kader hatte dem Verein zu schaffen gemacht. Mit Lukas Schelenz, Anton Makarenko, Patrick Weimar und Daniel Gareis verließen vier erfahrene Spieler den Verein – das entspricht „gefühlten 1000 Regionalligaspiele“, wie Baumer scherzhaft bemerkt. Die Neuzugänge kamen dagegen aus unteren Ligen. Doch nun kehrt Routinier Daniel Gareis zurück und bringt frischen Wind ins Team.

Blick nach vorn: träume von einer sorgenfreien saison

Blick nach vorn: träume von einer sorgenfreien saison

Matchball zum Klassenerhalt wurde zwar gegen Jahn Regensburg II vergeben, doch mit acht Punkten Vorsprung und drei ausstehenden Spielen ist der Verbleib in der Bayernliga so gut wie sicher. Trainer Baumer und sein Co-Trainer Martin Damrot haben ihre Zusage für die nächste Saison gegeben und blicken optimistisch in die Zukunft. „Natürlich haben wir Träume als Mannschaft“, gesteht der 44-Jährige. „Für uns heißt das gar nicht Top 4, sondern erst mal eine noch sorgenfreiere Saison zu spielen.“

Dafür müsse die Truppe von Beginn an konstantere Leistungen abrufen. Der Trainer ist überzeugt: „Wir verteidigen nicht mehr nur tief, sondern haben Spielkultur und einen gewissen Mut in unseren Aktionen. Gegen den Ball agieren wir als Pressingmannschaft und haben einen sehr guten Wert an schnellen Ballgewinnen.“ Die Zeiten des reinen Amateurfußballs in Neudrossenfeld sind vorbei.

Allerdings wünscht sich der erfahrene Coach noch ein paar Führungsspieler, die auch mal „Tacheles reden“. Ein oder zwei erfahrene Köpfe könnten dem Team zusätzlich helfen, vor allem, wenn der große Nachwuchs aus Bayreuth in Zukunft als Amateurmannschaft in der Regionalliga Bayern antritt. Der TSV Neudrossenfeld hat sich als gestandener Bayernligist etabliert und darf sich auf eine spannende Zukunft freuen.