Nada räumt dfb-quartier auf: blutprobe-klau im adidas-haus

Donnerstagabend, 20:31 Uhr – der Grill im „Home Ground“ von adidas stand schon bereit, da stürmten die NADA-Kontrolleure. Zehn Nationalspieler mussten ihre Probengeber-Rolle spielen, vier davon sogar Blut und Urin. Die restlichen sechs durften sich mit einer einfachen Flasche begnügen. Die Stimmung kippte von Vorfreude auf Finnland sofort in Prüfungsatmosphäre.

Kein zufall: warum ausgerechnet jetzt?

Die Nationale Anti-Doping-Agentur schlägt meist dann zu, wenn sie Hinweise hat oder ein Ausrufezeichen setzen will. Beides passt. Kurz vor einer WM will niemand in die Schlagzeilen geraten. Doch genau das riskiert der DFB, wenn in seiner eigenen adidas-Küche pikante Befunde auftauchen. Der Verband versichert, dass alle Tests bislang negativ ausfielen, doch das ist Standardfloskel. Interessant wird, was in den Laborergebnissen der nächsten 48 Stunden steckt.

Julian Nagelsmann musste die Einheit unterbrechen, die Spieler in ihre Kabine schicken und dann das Prozedere abnicken. Laut Augenzeugen blieb er sichtbar gelassen, während Joshua Kimmich sofort die Verantwortung übernahm und die Jungs beruhigte. Typisch Kimmich – der Kapitän, der auch in Stressmomenten das Ruder in der Hand hält.

Grillabend trotz kontrolle

Grillabend trotz kontrolle

Ab 19 Uhr sollte eigentlich die Familienparty starten, mit Kindern auf dem Rasen und Würstchen am Holzkohlefeuer. Die NADA-Leute ließen sich nicht lumpen: Sie räumten ihre Kartons zusammen, verließen das Gelände – und der Grill wurde doch noch angeheizt. Manuel Neuer nutzte die Wartezeit, um Autogramme bei adidas zu schreiben, während seine Kollegen sich zwischen den Ständen bewegten. Das Bild: ein frisch genesener Weltmeister, der Fans glücklich macht, während im Hintergrund Dopingproben auf Eis liegen.

Am Samstag rollt der Bus Richtung Frankfurt. Dort wartet das Champions-League-Finale auf dem HotelbildschirmKai Havertz gegen Paris. Die Jungs von der NADA? Die sitzen vermutlich irgendwo im Labor und hoffen auf klare Zahlen. Die WM in den USA, Mexiko und Kanada rückt näher, und jeder weiß: Ein einziger positiver Befund würde das Kartenhaus des DFB erschüttern.

Finnland am Sonntag ist nur die Generalprobe. Die echte Prüfung läuft längst in Laboren ab – und niemand darf durchfallen.