Milan-desaster: 70 millionen auf der bank, abstiegskampf auf dem platz!
Mailand – Ein Fußballverein von internationalem Format, eine stolze Tradition, ein milliardenschwerer Eigentümer. Doch aktuell steht der AC Mailand vor einem Scherbenhaufen. Nach einer Investition von über 70 Millionen Euro in neue Spieler und insgesamt 515 Millionen Euro in den letzten Jahren, droht der Traum von der Champions League zu platzen – und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Redbird am scheideweg: vier jahre ohne titelglanz
RedBird, der Eigentümer des Vereins, kann auf ein finanziell erfolgreiches Quartal zurückblicken. Der Umsatz ist um 66 Prozent gestiegen, und es wurden drei aufeinanderfolgende Gewinne erzielt. Doch was in der Tabelle passiert, wirft einen langen Schatten auf die wirtschaftlichen Erfolge. Nach dem Scudetto 2022 folgte eine enttäuschende Abfolge von Platzierungen: Vierter, Zweiter, Achter und Fünfter. Ein einziger Titel – der Supercoppa Italiana 2025 – ist mager für einen Verein mit den Ambitionen Mailands.
Die Konsequenz: Ein radikaler Umbruch im sportlichen Bereich. Geschäftsführer Furlani, Sportdirektor Tare, Trainer Allegri und technisch zuständiger Leiter Moncada sind geflogen. Die Trennung verursacht Kosten in Höhe von schätzungsweise 22 Millionen Euro, die im laufenden Geschäftsjahr berücksichtigt werden müssen. Ein Betrag, der sich durch mögliche Abfindungszahlungen für Allegri noch erhöhen könnte.
Die Champions-League-Abstinenz schlägt hart zu. Für einen Verein wie Mailand bedeutet das Fehlen in der Königsklasse einen finanziellen Verlust von 60 bis 90 Millionen Euro – allein durch entgangene Prämien, Ticketverkäufe und Sponsoringeinnahmen. Auch die Europa League kann diesen Verlust kaum kompensieren, mit einem geschätzten Defizit von rund 50 Millionen Euro.
Doch es geht um mehr als nur Geld. Der Ausfall gefährdet den gesamten von Gerry Cardinale, dem Gründer von RedBird, ausgearbeiteten Industrieprozess. Cardinale hatte bei der Übernahme 2022 auf nachhaltiges Wachstum ohne finanzielle Zuwendungen des Eigentümers gesetzt. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Spielern sollten eine wichtige Rolle spielen, um die hohen Ausgaben für Neuzugänge zu decken.
Die letzten beiden Bilanzen wurden zwar dank der Verkäufe von Tonali (44 Millionen Euro Gewinn im Geschäftsjahr 2023-24) und Reijnders (42 Millionen Euro Gewinn im Geschäftsjahr 2024-25) positiv abgeschlossen. Doch die Investitionen in den Kader haben die Bücher belastet. Der sportliche Kostenanteil – Gehälter plus Abschreibungen – erreichte in diesem Jahr stolze 250 Millionen Euro, mehr als Roma und Atalanta und nur geringfügig weniger als Inter (260 Millionen) und Juventus (320 Millionen).
Der Vergleich mit Como, das Mailand in der letzten Spielminute noch aus dem Champions-League-Bereich verdrängte und mit jährlichen Kosten von nur 130 Millionen Euro auskommt, verdeutlicht die Dimension des Fehlers. Die Frage ist nicht, ob Mailand den sportlichen Fehlbetrag finanziell verkraftet, sondern ob die Fans noch an die Vision eines nachhaltigen Erfolgs glauben.
Die Summe ist klar: 515 Millionen Euro wurden in den letzten Jahren für Neuzugänge ausgegeben, während gleichzeitig die Gehälter konstant gehalten wurden. Doch die Ergebnisse auf dem Platz stimmen nicht. Die Investitionen in die Mannschaft haben nicht zu einer entsprechenden Verbesserung der Leistung geführt. Die nächste Saison wird zeigen, ob RedBird den Umbruch stemmen und Mailand zurück in die Erfolgsspur bringen kann.
