Mcenroe: sinner dominiert – und vermisst den zorn im tennis!

Paris – John McEnroe, die Tennislegende und Experte für Warner Bros. Discovery, hat im Vorfeld der French Open eine klare Ansage gemacht: Jannik Sinner sei derzeit in einer eigenen Liga. Doch der frühere Weltranglistenerste vermisst etwas im modernen Tennis – eine Prise Emotionen, ein bisschen mehr „McEnroe“ sozusagen.

Die unangefochtene favoritenrolle

„Es ist klar: Sinner gegen alle“, erklärte McEnroe in einem Interview. Der Italiener sei der klare Favorit, zusammen mit Carlos Alcaraz gehöre er zu einer Generation, die das Tennis neu definiert. Der Ausfall Alcaraz’ in Paris und Wimbledon sei allerdings ein herber Verlust für den Sport. „Es ist schrecklich für das Tennis, dass Carlos nicht spielen kann“, bedauerte McEnroe.

Die einzige Schwachstelle, die McEnroe bei Sinner sieht, ist das extreme Wetter. „Wenn es weiterhin so heiß bleibt, könnte das Jannik zu schaffen machen. Ein fitter Spieler, der die Bedingungen ausnutzen kann, könnte ihm Probleme bereiten.“ Doch Sinner habe bereits in Monte Carlo und Rom gezeigt, dass er auch unter Druck bestehen kann.

Die suche nach emotionen

Die suche nach emotionen

McEnroe, bekannt für seine explosiven Ausbrüche auf dem Platz, kritisiert das Verhalten vieler moderner Spieler. „In diesem Tennis fehlt es an etwas“, so der „Genius“. Er wünscht sich mehr Emotionen, mehr Leidenschaft, mehr „McEnroe“. „Ein bisschen mehr Zorn würde dem Tennis guttun.“

Wie würde McEnroe selbst gegen Sinner spielen? „Ich war ein langsamer Spieler im Vergleich zu den heutigen Athleten“, schmunzelt er. „Ich würde versuchen, ihn zu bewegen, aggressiv auf seine zweite Verteilung spielen und mit kurzen Bällen überraschen. Das erste Schritt auf dem Sand ist immer schwierig, da ist der Passant weniger präzise.“

Überraschungen und neue gesichter

Überraschungen und neue gesichter

Neben Sinner sieht McEnroe auch andere interessante Spieler. Zverev sei immer ein Kandidat für die späten Runden, Djokovic’s Alter könnte eine Rolle spielen, Ruud habe sich auf Sand gesteigert und Joder, der junge Spanier, sei ein vielversprechendes Talent. „Joder hat großes Potenzial, er ist komplett und verfügt über einen starken Körperbau. Er kann noch viel lernen.“

Auch bei den Damen sieht McEnroe ein offenes Feld. Sabalenka, Swiatek und Gauff seien gleichwertig, aber auch andere Spielerinnen könnten überraschen. „Ich hoffe, Svitolina gewinnt. Das wäre eine wunderbare Geschichte.“

Die reform des tennissports

Die reform des tennissports

McEnroe plädiert für eine gerechtere Verteilung der Einnahmen bei den Grand-Slam-Turnieren. „Es ist beschämend, dass die Spieler nur 15 Prozent der Einnahmen erhalten. Die Spielerorganisation sollte mit den Turnieren zusammenarbeiten.“ Er schlägt außerdem eine Reform der Davis-Cup vor und kritisiert den engen Turnierkalender. „Warum nicht die Australian Open im März ausrichten?“

Die French Open haben mit Protesten der Spieler begonnen, die eine gerechtere Verteilung der Gewinne fordern. McEnroe erinnert daran, dass bereits vor 47 Jahren ähnliche Forderungen gestellt wurden. Ein Boykott könnte die Situation verändern, so der ehemalige Weltranglistenerste. Die Diskussion um die Zukunft des Tennissports ist in vollem Gange.