Mcenroe fordert mehr geld für tennis-stars – und schlägt radikalen boykott vor
Tennis-Legende John McEnroe hat in einem explosiven Interview mit Sport BILD die Notwendigkeit höherer Preisgelder für Tennis-Profis gefordert und sogar einen Boykott von Grand-Slam-Turnieren in Erwägung gezogen. Der 67-Jährige, der derzeit als TV-Experte bei den FrenchOpen in Paris im Einsatz ist, äußerte sich zudem kritisch zur aktuellen Form von Alexander Zverev und analysierte die Chancen von Jannik Sinner, die Weltrangliste zu dominieren.
Zverevs glaubensverlust? mcenroe schlägt alarm
Die Frage, ob Alexander Zverev den Glauben an seine Fähigkeiten verloren hat, beschäftigt die Tenniswelt. McEnroe zeigt sich besorgt: „Ich denke, dass er das momentan hat. In seinem Kopf findet er keinen Weg, wie er gegen Sinner spielen sollte. Das geht aber auch allen anderen so.“ Er sieht Sinner als nahezu unbesiegbar, es sei denn, äußere Umstände wie Hitze oder eine Verletzung kommen ihm in die Quere. Zverev, obwohl talentiert und erfahren, scheint unter dem Druck zu leiden, mit der jüngeren Generation mithalten zu können. Das Ausscheiden gegen Sinner bei den Australian Open 2025 wirkte demnach spürbar demoralisierend.

Sinner als neue dominanz? mcenroe vergleicht ihn mit nadal
Die Leistungen von Jannik Sinner und Carlos Alcaraz haben McEnroe beeindruckt. „Vergangenes Jahr wagte ich es, bei den French Open zu sagen, dass die beiden sogar mit Nadal mithalten könnten.“ Ein kühner Vergleich, der damals auf Kritik stieß, aber nun durch die Konstanz der beiden Spieler untermauert wird. Alcarazs Verletzung könnte Zverev nun eine neue Chance eröffnen, doch der Weg zum Grand-Slam-Titel bleibt steinig.

Ein radikaler vorschlag: boykott der grand slams
Das Thema Preisgeldverteilung ist ein Dauerthema im Tennis. McEnroe, der selbst in den 1990er Jahren für höhere Spieleranteile kämpfte, spricht Klartext: „Es ist ein absoluter Witz, wie klein der Anteil der Tennis-Spieler an den Einnahmen ist.“ Er schlägt einen radikalen Boykott von Grand-Slam-Turnieren als Druckmittel vor. „Nur ein Boykott kann die Veranstalter zu einem Deal bewegen.“ Ein Schritt, der zwar riskant, aber notwendig sein könnte, um die Spieler fair zu entlohnen und nicht nur die Top-Stars, sondern auch die Spieler weiter hinten in der Weltrangliste zu unterstützen. „Die Spieler sollten Partner der Grand Slams sein, nicht nur Gelder abbekommen.“

Mehr als nur tennis: mcenroe über davis cup und laver cup
Neben den sportlichen Aspekten äußerte sich McEnroe auch zu anderen Themen. Er bedauerte das Desinteresse am Davis Cup und plädierte für eine stärkere Bedeutung des Laver Cups, um die Erinnerung an Rod Laver zu ehren. Zudem wünscht er sich, dass die Australian Open früher im Jahr stattfinden sollten.
Mit 70 Jahren blickt Björn Borg auf ein beeindruckendes Leben zurück, während McEnroe selbst zweieinhalb Jahre jünger ist und die Herausforderungen des Alterns kennt. „Die gute Nachricht ist, dass wir noch da sind. Die schlechte, dass der Körper nicht mehr so mitmacht wie früher.“ Ein Fazit, das die Vergänglichkeit der Zeit und die unvergesslichen Momente einer außergewöhnlichen Karriere widerspiegelt.
