Manzi: halbserie für superbike-potenzial nötig!
Rimini, Italien – Stefano Manzi, der amtierende Supersport-Weltmeister, rätselt weiterhin über seinen holprigen Start in die Superbike-Saison 2026. Nach den Rennen in Phillip Island und Portimao räumt der Yamaha-Pilot ein, dass er noch Zeit benötigt, um sein volles Leistungsvermögen abzurufen. Eine ehrliche Analyse, die die Herausforderungen des Aufstiegs in die Königsklasse verdeutlicht.
Die suche nach dem perfekten setup
Der Wechsel von der Supersport- zur Superbike-Weltmeisterschaft ist für Manzi eine echte Umstellung. „Es ist kompliziert, Ziele zu definieren, wenn man bedenkt, dass die Wintertests durch das schlechte Wetter stark eingeschränkt waren“, erklärt er im Gespräch mit Gazzetta Motori. Nur 20 Runden konnten in den vier Testtagen absolviert werden, was die Vorbereitung auf die Saison erheblich erschwert hat. Hinzu kam ein Verletzung in Australien, die ihn zusätzlich belastete.
Ein entscheidender Faktor ist das fehlende Gefühl für die R1. „Wir brauchen noch Rennen und Tests, um uns besser zu verstehen“, so Manzi. „All diese Umstände haben uns etwas die Richtung aus dem Blickfeld geräumt.“ Er schätzt ein, dass er mindestens die Hälfte der Saison benötigt, um sein volles Potenzial auszuschöpfen. „Vielleicht nach der Sommerpause in Frankreich können wir eine genauere Bewertung vornehmen.“

Yamahas vertrauen – ein langfristiges projekt
Die Unterstützung durch Yamaha spielt dabei eine entscheidende Rolle. Manzi betont, dass er einen Fünf-Jahres-Vertrag mit dem japanischen Hersteller hat und noch zwei Jahre gemeinsam an ihren Zielen arbeiten wird. „Wenn ein Pilot in die Yamaha-Familie eintritt und sich bewährt, wird er bis in die Superbike-Weltmeisterschaft begleitet“, erklärt er. „Yamaha leistet da eine hervorragende Arbeit.“
Doch es ist nicht nur das technische Know-how, das Manzi schätzt. Er erinnert sich an seine Zeit in der Moto3-Weltmeisterschaft und die Schwierigkeiten, die er damals hatte. „Ich war nicht immer konzentriert, was sich negativ auf meine Ergebnisse auswirkte.“ Dieses Defizit hat er inzwischen überwunden und legt großen Wert auf Professionalität. „Der Tipp an junge Piloten wäre, immer konzentriert zu bleiben. Es geht nicht nur darum, gut zu fahren, sondern auch darum, was drumherum passiert.“
Die zukunft gehört den fokussierten piloten
Manzi blickt zwar mit Optimismus in die Zukunft, mahnt aber zur Geduld. „Die Jungs von heute sind teilweise schon professioneller als wir damals“, grinst er. „Es ist schön, wenn sie Spaß haben, aber sie dürfen sich nicht von dem Druck der Eltern unterkriegen lassen.“
Im Hinblick auf seine ersten Rennen in der Superbike-Weltmeisterschaft und seine bisherige Karriere gibt Manzi zu, dass er in seiner Jugend manchmal den Fokus verloren hat. „Ich hätte früher mehr Wert auf Konzentration legen sollen.“ Er betont, dass Talent allein nicht ausreicht, sondern auch eine professionelle Einstellung und die Fähigkeit, mit den Herausforderungen des Motorsports umzugehen, entscheidend sind. Die kommende Saison wird zeigen, ob Manzi seinen Weg in der Superbike-Weltmeisterschaft findet und das Vertrauen von Yamaha rechtfertigt. Es ist ein langer Atem, aber er hat bewiesen, dass er in der Lage ist, seine Ziele zu erreichen.
