Manzi: superbike-traum braucht zeit – „halbe saison für mein potenzial“

Rimini, Italien – Stefano Manzi, der amtierende Supersport-Weltmeister, hat sich in der Superbike-Weltmeisterschaft einen holprigen Start erarbeitet. Der Yamaha-Pilot räumt ein, dass die Anpassung an die Königsklasse und die R1 mehr Zeit benötigt, als ursprünglich erhofft. Ein halbes Jahr, so Manzi, wird er brauchen, um sein volles Potenzial auszuschöpfen.

Die schatten der vorbereitung

Die Pre-Season war alles andere als ideal. Dauerregen und unvorhersehbare Wetterbedingungen erschwerten die Vorbereitung immens. Nur wenige Testrunden konnten absolviert werden, was die Abstimmung mit der R1 erheblich verzögerte. „Die ersten Rennen in Phillip Island und Portimao waren hart, weil wir einfach nicht genug Zeit zum Testen hatten“, erklärt Manzi.

Ein Sturz im Test in Australien verschlimmerte die Situation zusätzlich. Die körperliche Rehabilitation und die Suche nach dem optimalen Setup fordern den jungen Italiener sichtlich. Es ist ein Balanceakt zwischen dem Wunsch nach schnellen Ergebnissen und der Notwendigkeit, geduldig zu sein und die notwendige Zeit für die Entwicklung zu investieren.

Yamaha als rückgrat – ein fünfjahresplan

Yamaha als rückgrat – ein fünfjahresplan

Manzi betont die wichtige Rolle von Yamaha in seiner Karriere. „Ich habe einen Fünfjahresvertrag mit Yamaha, und das ist ein starkes Fundament für meine Ziele“, so der Weltmeister. Der Hersteller scheint fest an ihm zu glauben und unterstützt ihn auf seinem Weg in die Superbike-Weltmeisterschaft. Die Förderung von Talenten und der Aufstieg in die höheren Klassen sind integraler Bestandteil der Yamaha-Strategie. Es ist ein Modell, das sich bewährt hat und Manzi nun selbst erlebt.

Die Erfahrungen aus seiner Zeit bei Ten Kate, wo er bereits 2023 den Supersport-Titel gewann, fließen in seine Arbeit ein. Dort lernte er, sich zu entwickeln, zu wachsen und seine Fähigkeiten kontinuierlich zu verbessern. Diese Entwicklung soll nun auch in der Superbike-Weltmeisterschaft fortgesetzt werden.

Die superbike-herausforderung – mehr als nur geschwindigkeit

Die superbike-herausforderung – mehr als nur geschwindigkeit

Im Vergleich zur R9, mit der er den Supersport-Titel errang, zeigt die R1 ein anderes Fahrgefühl. „Die R9 hat mehr Drehmoment und einen etwas geringeren Drehzahlbereich“, erläutert Manzi. Es erfordert eine andere Fahrweise, mehr Präzision und ein besseres Gefühl für das Motorrad. Die Superbike-Weltmeisterschaft ist ein komplexes Umfeld, in dem technische Aspekte, körperliche Fitness und mentale Stärke gleichermaßen wichtig sind.

Manzi erinnert sich an seine frühen Tage im Motomondial und die Notwendigkeit, sich ganz auf das Motorradfahren zu konzentrieren. „In meiner Jugend habe ich mich manchmal ablenken lassen, aber ich habe gelernt, dass es wichtig ist, fokussiert zu bleiben und hart zu arbeiten“, sagt er.

Er gibt jungen Piloten den Rat, das Vergnügen am Fahren nicht zu vergessen, auch wenn der Druck von außen steigt. Denn die Leidenschaft ist der Motor für den Erfolg.

Die zukunft – geduld und ein klarer plan

Die zukunft – geduld und ein klarer plan

Konkrete Ziele für die laufende Saison sind schwer zu definieren, da die Umstände noch ungewiss sind. „Ich glaube, dass es mindestens die halbe Saison dauern wird, bis ich mein volles Potenzial erreiche“, gesteht Manzi. Ab September, nach der Sommerpause, soll eine genauere Einschätzung möglich sein. Bis dahin konzentriert er sich darauf, seine körperliche Verfassung zu optimieren und die Abstimmung mit der R1 zu verbessern. Es ist eine Zeit des Lernens, des Experimentierens und der kontinuierlichen Verbesserung. Die Superbike-Saison hat gerade erst begonnen, und Stefano Manzi ist entschlossen, seinen Weg zu finden und seine Ambitionen zu verwirklichen.