Manzi: „halbe saison für superbike-potenzial nötig“
Rimini, Italien – Stefano Manzi, der amtierende Supersport-Weltmeister, hat in einem exklusiven Gespräch Einblicke in seine schwierige Eingewöhnungsphase in der Superbike-Weltmeisterschaft gewährt. Nach einem durchwobenen Wintertestprogramm und enttäuschenden Ergebnissen in Phillip Island und Portimão räumt der Yamaha-Pilot ein, dass er noch Zeit benötigt, um sein volles Potenzial auszuschöpfen.
Ein champion im wandel: mehr als nur ein titel
Der Wechsel von der Supersport- zur Superbike-Weltmeisterschaft stellt für jeden Fahrer eine enorme Herausforderung dar. Für Manzi, der nach einer dominanten Saison in der Supersport-Klasse mit der Yamaha R9 den Titel gewann, ist dieser Schritt ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere. Doch die Umstellung auf die R1 und das neue Team Gytr GRT Yamaha schlagen aktuell noch ihre Spuren hinter sich her.
„Der Titel ist Teil meines Weges, wie das Leben eben ist“, erklärte Manzi im Rahmen des Yamaha Racing Day 2026 in Gerno. „Mit den Jahren reift man, das hilft auch im Profisport. Ich bin persönlich gewachsen, und das hat mich in allen Bereichen unterstützt. Der Wechsel zu Yamaha im Jahr 2023 war entscheidend, Ten Kate war ein Top-Team, das mich enorm weitergebracht hat.“
Yamahas Vertrauen in Manzis Talent ist offensichtlich. Der italienische Hersteller hat eine langfristige Partnerschaft mit dem jungen Piloten vereinbart. „Ich habe einen Fünf-Jahres-Vertrag mit Yamaha. Wir haben noch zwei Jahre vor uns, um unsere Ziele zu verfolgen. Yamaha unterstützt Fahrer, die es verdient haben, bis in die Superbike-Weltmeisterschaft – das ist ein großartiges Konzept.“

Maltempo und verletzungen bremsen den fortschritt
Die schwierige Vorbereitung aufgrund von schlechtem Wetter hat Manzis Fortschritt zusätzlich erschwert. „In vier Testtagen konnten wir aufgrund des Regens nur 20 Runden absolvieren. In Australien habe ich mich zudem verletzt, was den Saisonstart zusätzlich kompliziert hat. Ein weiterer Test wurde ebenfalls durch das Wetter unterbrochen.“
Dies führt zu einem realistischen Ausblick: „Es ist schwierig, jetzt konkrete Ziele zu definieren. Ich glaube, es wird mindestens die halbe Saison dauern, bis ich mein volles Potenzial erreiche. Vielleicht nach der Sommerpause, in Frankreich, können wir eine genauere Einschätzung vornehmen.“
Manzi blickt zurück auf seine Zeit im Motomundial und betont, dass er in seinen jungen Jahren an Professionalität arbeiten musste. „Was mich als Kind schnell gemacht hat, war eine gewisse Struktur und Professionalität. In der Jugend habe ich mich manchmal etwas verloren, war nicht immer konzentriert. Das habe ich erst später wiedergefunden. Mein Rat an junge Fahrer wäre, immer konzentriert zu bleiben, denn das ist heutzutage entscheidend – es geht nicht nur um das Fahren.“
Doch auch eine Prise Humor darf nicht fehlen: „Wenn ich die heutigen Youngster sehe… Wir hatten früher mehr Spaß. Einige sind schon jetzt professioneller als wir Profis!“
Die Superbike-Saison hat gerade erst begonnen, und Stefano Manzi ist fest entschlossen, seine Herausforderungen zu meistern. Mit der Unterstützung von Yamaha und seiner eigenen Entschlossenheit ist es nur eine Frage der Zeit, bis er sein volles Potenzial in der Superbike-Weltmeisterschaft entfaltet. Die Fans dürfen gespannt sein, wie sich die Entwicklung des jungen Italieners gestaltet.
