Klostermanns comeback: der überraschungsheld von leipzig

Lukas Klostermann, lange Zeit ein Schatten seiner selbst, katapultierte RB Leipzig am Samstag mit einer bärenstarken Leistung gegen Frankfurt zurück in die Erfolgsspur. Nach kaum einer Einsatzzeit in den letzten Monaten bewies der Verteidiger, dass er noch immer zu den Leistungsträgern der Mannschaft gehören kann – und das zu einem entscheidenden Zeitpunkt der Saison.

Ein kapitänsatribut im notfall

Ein kapitänsatribut im notfall

Die Situation war denkbar ungünstig: Mit David Raum und Xaver Schlager fehlten zwei Schlüsselspieler im defensiven Mittelfeld. Hinzu kamen die Ausfälle von Willi Orban und Castello Lukeba. So kam es, dass Christoph Baumgartner, normalerweise eher im Angriffsbereich unterwegs, die Kapitänsbinde übernahm. Doch die eigentliche Überraschung war die Leistung von Klostermann, der seine Chance im ungewohnten Rampenlicht zu nutzen wusste.

Seine Geschichte ist bemerkenswert. Während andere aussortierte Spieler wie Timo Werner, Kevin Kampl oder Yussuf Poulsen den Verein verlassen haben, hält Klostermann trotz seiner wenigen Einsatzminuten an seinem Vertrag fest. Ein Zeichen von professionellem Stolz und unbändigem Willen.

„Unfassbar schnell und clever“, nannte Baumgartner die Leistung seines Teamkollegen. Und in der Tat, Klostermann agierte gegen Frankfurt auf einem Niveau, das kaum jemand erwartet hätte. Seine Zweikampfquote von 71 Prozent und eine Passquote von 91 Prozent unterstreichen seine konstante Leistung. Er lief 9,7 Kilometer ab, kämpfte um jeden Ball und zeigte eine beeindruckende Einsatzbereitschaft.

Trainer Marco Werner, der Klostermann in der Vergangenheit wenig Vertrauen geschenkt hatte, zeigte sich beeindruckt: „Als Trainer sagst du das ganze Jahr, dass es auf jeden ankommt und jeder gebraucht wird. Lukas hat von mir keinen Rhythmus und keine Einsätze bekommen – und macht dann solch ein Spiel. Da kann ich nur den Hut ziehen.“

Die Bedeutung des Sieges in Frankfurt geht über die drei Punkte hinaus. Es war der erste Auswärtssieg für Leipzig in elf Versuchen und katapultierte die Mannschaft auf den dritten Platz der Tabelle, nun mit drei Punkten Vorsprung auf Stuttgart. Dank der überraschenden Niederlage von Leverkusen gegen Augsburg wächst der Vorsprung auf Hoffenheim auf fünf Punkte an – ein deutlicher Schritt in Richtung Champions League.

Die Perspektive für Klostermann bleibt trotz seiner starken Leistung kompliziert. Sollten Orban und Lukeba nachverfolgen, droht ihm erneut eine Zuschauerrolle. Aber seine Leistung in Frankfurt hat gezeigt: Man sollte ihn niemals abschreiben. Der Mann, der so lange im Schatten stand, hat bewiesen, dass er noch immer ein wichtiger Faktor für RB Leipzig sein kann.