Junge eishockeyspieler in der national league: wer setzt wirklich auf die talente?

Die Debatte um den Einsatz junger Spieler in der National League brodelt weiter. Eine Analyse der letzten fünf Spielzeiten offenbart deutliche Unterschiede zwischen den Teams – und wirft Fragen nach der langfristigen Entwicklung des Schweizer Eishockeys auf.

Die top-teams: zug und biel setzen auf jugend

Während einige Klubs ihre jungen Talente kaum ins Rampenlicht rücken, zeigen andere, dass die Förderung der eigenen Nachwuchsspieler ein Schlüsselfaktor für den Erfolg sein kann. Allen voran der EV Zug, der in der Saison 2023/24 mit 764:51 Minuten Eiszeit für U-20-Spieler die Nase vorn hat. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass die Zuger nicht nur auf etablierte Stars setzen, sondern auch den jungen Spielern eine Chance geben, sich zu beweisen. Auch der EHC Biel-Bienne glänzt mit einer beeindruckenden Statistik von 602:32 Minuten. Niklas Blessing, mit fast 670 Minuten der U-20-Spieler mit der höchsten Eiszeit, und Jonah Neuenschwander, der jüngste eingesetzte Spieler, sind vielversprechende Beispiele für die erfolgreiche Jugendarbeit in Biel.

Die verlierer: lugano und rapperswil-jona hinterlassen raum für verbesserungen

Die verlierer: lugano und rapperswil-jona hinterlassen raum für verbesserungen

Am anderen Ende der Skala finden sich der HC Lugano und der SC Rapperswil-Jona Lakers wieder. Lugano kommt lediglich auf 24:02 Minuten durchschnittliche Eiszeit pro Saison für U-20-Spieler, was darauf hindeutet, dass die Bianconeri wenig Vertrauen in die jungen Talente setzen. Cyrill Henry sorgte zwar für einige positive Akzente, doch insgesamt bleibt der Eindruck, dass der HC Lugano seine Nachwuchsarbeit intensivieren muss. Auch die Rapperswil-Jona Lakers hinken mit 26:03 Minuten hinterher. Die St.Galler setzen zwar auch auf ältere Spieler zur Weiterentwicklung, doch die jungen Talente kommen selten zu ihrem Einsatz.

Die mittelfeld-teams: ein flickenteppich an strategien

Die mittelfeld-teams: ein flickenteppich an strategien

Zwischen diesen Extremen bewegen sich die anderen Teams der National League. Der HC Fribourg-Gottéron hat seine Strategie in der aktuellen Saison angepasst und setzt vermehrt auf junge Spieler, was sich in einem deutlich verbesserten Durchschnitt von 223:27 Minuten niederschlägt. Auch die ZSC Lions setzen auf ihre Nachwuchstalente, wenngleich diese primär bei den GCK Lions zum Einsatz kommen. Interessant ist auch die Entwicklung beim Genève-Servette HC, bei dem Simas Ignatavicius als einziges Talent des Jahrgangs 2006 oder jünger regelmäßig Eiszeit erhielt. Sein möglicher Sprung in die NHL in der kommenden Saison wirft jedoch weitere Fragen auf.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Integration junger Spieler in die erste Mannschaft ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung, die sich langfristig auszahlen kann. Es bleibt abzuwarten, ob die anderen Teams der National League diesem Beispiel folgen werden – oder ob sie weiterhin auf bewährte Kräfte setzen und so möglicherweise die Zukunft des Schweizer Eishockeys gefährden.