Iran landet im chaos: tote im kofferraum, visa-stress und der infantino-bus, der nie kam
Statt Kicks gab es Kadaver. Statt WM-Glanz einen Kofferraum-Leichenfund nur 200 Meter vom Teheran-Trainingsplatz in Tijuana. Die iranische Delegation ist angekommen – aber mit 15 fehlenden Visa, konfiszierten Tickets und einem Präsidenten, der ihnen den Bus nach Los Angeles versprach, den er nie bestellt hat.
Infantinos bus-lüge und der eiskalte empfang
Gianni Infantino liebt große Gesten. „Ich fahre euch persönlich mit dem Bus nach Teheran, wenn nötig“, hatte der FIFA-Boss der Mannschaft noch in Doha zugerufen. Kein Bus kam, kein Infantino. Stattdessen setzte die US-Regierung die Eintrittskarten für die Gruppenspiele auf Eis und schickte 15 Delegationsmitglieder in Abschiebehaft. Die FIFA schwieg, das iranische Staatsfernsehen tobte: „Politische Einmischung in Reinform.“
Die Folge: Das Teamquartier musste über Nacht aus Los Angeles nach Tijuana verlegt werden. Mexiko rettete den Retter – und erhielt prompt eine Leiche als Dank. Freitag früh, 06:42 Uhr Ortszeit: Ein entführter SUV, Kofferraum verriegelt, Gestank dringt nach draußen. Die mexikanische Polizei bestätigte den Fund, sprach aber von „keiner direkten Gefahr für die Delegation“. Die Spieler trainierten dennoch mit Kopfhörern, als könnten sie das Grauen wegdoden.

Von kriegsschauplätzen in den circus maximus
Dass Iran überhaupt antritt, grenzt an ein Wunder. Seit Kriegsbeginn Ende Februar schossen sich Washington und Teheran gegenseitig Drohnen aus dem Himmel. Am Sonntag feierte Donald Trump seinen 80. – angeblich mit Waffenstillstand statt Tortenkrieg. Die US-Behörden spielten Pingpong mit den Visa, bis der Countdown schon lief.
Amir Ghalenoei, 63 Jahre alt, drei WM-Teilnahmen, null Lust auf Politik: „Wir sind keine Diplomaten, wir sind Fußballer.“ Er sagte es mit zitternder Stimme, weil er wusste: Das reicht nicht. Seine Mannschaft trainierte zweimal umquartiert, schlief in Hotels, die wie Baracken wirkten, und flog 12.000 Kilometer, um endlich mal wieder nur über Tore zu sprechen.

Stimmung? fehlanzeige
Mehdi Taremi, Portugals Torjäger und Irans Hoffnung, biss sich auf die Lippe. „Bei meinen drei bisherigen WM-Turnieren stieg ich aus dem Flieger und spürte diese Wärme. Diesmal nur Angespanntheit.“ Kalifornien zählt 600.000 Menschen iranischer Abstammung. Die meisten hassten das Regime, lieben aber das Team. Sie werden kommen – mit Fahnen und Tränen.
Die Gegner? Neuseeland, Belgien, Ägypten. Alles machbar, wenn die Köpfe frei wären. Doch wer kann sich auf Tore konzentrieren, wenn die Tickets fehlen und der Kofferraum nebenan noch nicht einmal abgeschlossen ist?
Iran spielt heute Nacht um 3.00 Uhr MESZ gegen Neuseeland. Die Bilanz laut Statistik: drei Asien-Titel, null WM-Viertelfinale. Die Bilanz laut Realität: ein Kontinent reist mit gebrochenem Herzen und zerrissenen Visa in den Spielort, der vor zwei Wochen noch Kriegsgegner war. Willkommen bei der WM 2026 – dort, wo der Ball rollt, aber die Politik den Platz betritt und nicht mehr rausgeht.
