Gummersbachs trainerdetonation: sigurdsson rastet nach göppingen-remis aus!

Ein lauernder Nachmittag in Göppingen, ein müder 27:27 – und dann der Ausbruch. Nach dem schmeichelhaften Punktgewinn gegen Frisch Auf tobte VfL-Trainer Gudjon Valur Sigurdsson wie einst Giovanni Trapattoni. Die Pressekonferenz wurde zur Schauplatz einer emotionalen Abrechnung, die in der Handball-Bundesliga lange nicht mehr gesehen wurde.

Die luft knisterte: sigurdssons wutrede

Es begann mit einem Zitat, das die Fassungslosigkeit des Trainers verdeutlichte: „Danke für die Glückwünsche für diesen absolut unverdienten Punkt.“ Sigurdsson ließ seiner Enttäuschung freien Lauf und attackierte die Leistung seiner Mannschaft frontal. Er sprach von einem „absolut unverdienten Punkt“ und betonte, dass Frisch Auf Göppingen an diesem Tag die klar bessere Mannschaft gewesen sei. „Was sie uns an Einsatzwille und Kampfbereitschaft vorgemacht haben, war vorbildlich“, polterte er.

Die Parallelen zu Trapattonis legendärer Flasche-Leer-Pressekonferenz von 1998 waren unübersehbar. Sigurdsson, von seinen Spielern nur „Goggi“ genannt, schien in einem unaufhaltsamen Redeschwall zu ersticken. „Wie lustlos wir in die Zweikämpfe gehen, das kann ich nicht durchgehen lassen!“, schrie er, die Worte wirkten wie ein Donnerschlag. „Ohne Wille, dieses Logo des VfL Gummersbach zu verteidigen!“

Besonders bitter für den isländischen Coach: Miro Schluroff, der mit neun Treffern fast im Alleingang den Punkt rettete. „Miro kugelt sich den Finger aus, tapet ihn und hält uns im Alleingang im Spiel“, kommentierte Sigurdsson sarkastisch, was die Ausweglosigkeit der Situation unterstrich.

Mehr als nur eine schlechte halbzeit?

Mehr als nur eine schlechte halbzeit?

Trotz der bisher erfolgreichen Saison ließ Sigurdsson sich nicht durch den Punktgewinn trösten. Seine Botschaft war klar und unmissverständlich: „Mir ist das scheißegal, ob wir viele Spiele gewonnen haben, es zählt nur die Leistung in deinem letzten Spiel.“ Er machte seine Spieler für die schwache Leistung verantwortlich und sprach von einer Frage der Einstellung und einer Kopfsache. „Wir waren schon Freitag im Training nicht richtig da.“

Die Erklärung für die erschreckende Vorstellung des VfL liegt seiner Meinung nach in einer fehlenden mentalen Vorbereitung. Ein schlechte Halbzeit mag vorkommen, aber die Art und Weise, wie seine Mannschaft auftrat, deutete auf tiefgreifende Probleme hin. Ob die VfL-Profis nun ein paar ungemütliche Tage bevorstehen, bleibt abzuwarten, aber eines ist sicher: Sigurdssons Wutrede wird die Gemüter in Gummersbach auf lange Zeit erhitzen.

Die Frage, die sich nun stellt, ist nicht, ob der VfL Gummersbach die Tabellenführung verteidigen kann, sondern ob Gudjon Valur Sigurdsson seine Mannschaft wieder in den Griff bekommt – bevor es zu spät ist. Die Konsequenzen für die Spieler, die den Zorn des Trainers auf sich gezogen haben, werden die nächsten Tage zeigen. Ein Punktgewinn, der eher wie eine Warnung klingt als wie ein Grund zur Freude.