Enhanced games: enthüllungen werden verhindert – seppelt bekommt absage!
Las Vegas bebt – nicht vor sportlicher Höchstleistung, sondern vor einem Skandal. Die sogenannten „Enhanced Games“, ein Wettkampf für Athleten, die mit leistungssteigernden Substanzen arbeiten, sollen am Sonntag beginnen. Doch bevor überhaupt ein Startschuss fällt, wirft eine Entscheidung der Veranstalter lange Schatten: Der renommierte Investigativ-Journalist Hajo Seppelt wurde von der Akkreditierung ausgeschlossen.
Ein fragwürdiger grund für die absage
Offiziell begründet die Organisatoren die Entscheidung mit „ausgeschöpften Kapazitäten“. Diese Erklärung wirkt jedoch dünn, insbesondere angesichts der Tatsache, dass andere Medienvertreter, die ihre Anfragen nach Ablauf der Frist stellten, dennoch Zugang erhielten. Kritiker vermuten, dass Aron D’Souza, der Gründer der Enhanced Games, eine kritische Berichterstattung verhindern will. Schließlich hat sich Seppelt mit seinen Doping-Enthüllungen weltweit einen Namen gemacht und könnte die fragwürdige Legitimität dieser Veranstaltung in Frage stellen.
Die Enhanced Games versprechen eine neue Ära des Sports, in der Athleten unter ärztlicher Aufsicht gedopt werden. Doch was, wenn diese „ärztliche Aufsicht“ lediglich eine Fassade ist? Die Angst der Veranstalter könnte darin liegen, dass Seppelt genau diese Frage aufdecken würde – und die Wahrheit über die Risiken und die ethischen Bedenken dieser Spiele ans Licht bringen könnte. Die Schicksale der DDR-Dopingopfer sollten uns eine Warnung sein.

Protest von internationaler journalisten-organisation
Seppelt selbst äußerte sich in einem Beitrag besorgt über die Gefährlichkeit der Spiele, selbst unter vermeintlicher ärztlicher Aufsicht. Der Sportjournalisten-Weltverband (AIPS) hat daraufhin offiziell gegen seinen Ausschluss protestiert. Präsident Gianni Merlo betonte in einem Schreiben an den Pressesprecher der Enhanced Games, dass die Entscheidung, Seppelt die Akkreditierung zu verweigern, „inakzeptabel“ sei. Auch der Guardian-Journalist Sean Ingle wurde zunächst ausgeschlossen, was die Vermutung einer gezielten Ausgrenzung kritischer Stimmen weiter verstärkt.
Michael Bryan, einer der deutschen Starter, steht nun im Fokus. Wird er die Kontroverse um die Enhanced Games nutzen, um seine eigene Position zu stärken, oder wird er sich von den ethischen Bedenken distanzieren? Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Enhanced Games tatsächlich eine Revolution im Sport darstellen oder lediglich ein riskantes Experiment sind, das auf Kosten der Gesundheit und der Glaubwürdigkeit des Sports geht. Die Frage ist nicht, ob Doping in den Spielen stattfindet – das ist offensichtlich. Die Frage ist, wer die Kontrolle darüber hat und welche Konsequenzen dies für die Athleten und den Sport als Ganzes haben wird.
