Campenaerts' pinkel-geständnis: giro-jury zieht konsequenzen!
Die Diskussion um das Urinieren in Flaschen während des Giro d'Italia erreicht ihren Höhepunkt. Nachdem die Rennjury die Praxis verboten hatte und Victor Campenaerts als vermeintlicher „Erfinder“ ins Visier geriet, meldete sich der Belgier nun selbst zu Wort – mit einer überraschenden Erklärung und der Zusicherung, dass es nicht wieder vorkommen wird.

Ein ungewöhnliches verbot im kampf gegen das imageproblem
Die Entscheidung der Jury, das Urinieren in Flaschen während des Giro d'Italia zu verbieten, sorgte für Aufsehen. Offiziell soll die Maßnahme dazu dienen, „das Image des Radsports und des Giro d'Italia zu wahren“. Ein Verstoß wird nun mit einer Geldstrafe geahndet – ein Umstand, den der frühere Sprinter Lennert van Eetvelt bereits schmerzlich zu spüren bekam.
Victor Campenaerts, der bei Visma-Lease a Bike unter Vertrag steht, räumte in seinem Instagram-Vlog ein, die besagte Methode angewandt zu haben. „Wir fahren durch das ganze Land“, erklärte er. „In den meisten Ländern ist es verboten, in der Öffentlichkeit zu urinieren. Außerdem sind viele Fans am Straßenrand. Meine Lösung war es, in eine Flasche zu pinkeln und die Flasche beim Teamauto abzugeben. Ich hatte nur gute Absichten.“
Doch die Jury sah dies anders. Das Problem liegt nicht nur im Verstoß gegen die öffentliche Ordnung, sondern auch in der Gefahr, dass Fans die Flaschen aufheben und sich an deren Inhalt erfreuen – ein Szenario, das die Organisatoren unbedingt vermeiden wollen. Campenaerts wies diesen Vorwurf entschieden zurück und betonte, dass er die Entscheidung der UCI respektiere.
Bemerkenswert ist auch die Reaktion seines Teamkapitäns Jonas Vingegaard, der in dem Blogbeitrag eher pragmatisch äußerte: „Ich selbst mache es nicht, aber es ist besser als vor anderen Leuten zu pinkeln. Denn so können sie dein… dein Ding nicht sehen.“ Eine Aussage, die die Debatte um die Grenzen des sportlichen Anstands neu entfacht.
Campenaerts nahm die Rolle des „Erfinders“ humorvoll an und betonte, dass die langen Etappen eine Herausforderung darstellen. „Leider haben wir keine Pinkelzonen oder Toiletten am Straßenrand. Bei langen Etappen müssen wir uns irgendwie zurechtfinden und einen Platz finden. Das kann eine Herausforderung sein.“ Er versprach jedoch, die Praxis in Zukunft zu unterlassen: „Das Pinkeln in Flaschen wurde jetzt von der UCI verboten, ich werde das also nicht mehr tun. Vielleicht bin ich der ‚Erfinder‘ davon, aber es wird nicht wieder vorkommen.“
Die Affäre zeigt, dass auch im Profi-Radsport alltägliche Bedürfnisse zu einem Thema werden können – und dass die Rennorganisationen zunehmend darauf achten, das Image ihrer Sportart zu schützen. Ob diese Maßnahme tatsächlich das gewünschte Ergebnis erzielt, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass die Diskussion um das Pinkel-Verbot noch lange nachhallen wird.
