Eishockey-wm: deutschland verpasst viertelfinale – kreis-zukunft ungewiss!

Zürich – Die Enttäuschung ist perfekt: Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft scheitert bei der WM 2026 an der Vorrunde und verpasst das Viertelfinale. Ein müder 6:3-Sieg gegen Großbritannien reichte nicht, um das Weiterkommen zu sichern – die Hoffnung ruht nun auf einem Ausrutscher Lettlands gegen Ungarn. Doch während die Spieler wohl schon die Heimreise antreten, droht für Bundestrainer Harold Kreis ein jähes Ende.

Die buhrufe werden lauter

Schon bei der Vorstellung der Mannschaft vor dem Spiel in Zürich waren die Zeichen amdeutlicher: Buhrufe aus den Reihen der deutschen Fans begleiteten den Namen des 67-Jährigen. Die Stimmung im Stadion war frostig, die Erwartungen waren – zu Recht – gering. Die Pleiten gegen Lettland und die USA hatten bereits die Richtung vorgegeben, und gegen Großbritannien wirkte das Team von Kreis, trotz des letztlich deutlichen Ergebnisses, alles andere als überzeugend.

Alexander Karachun, der kurzfristig nachgereiste Schwenninger, sowie Frederik Tiffels aus Berlin sorgten für einen frühen Zwei-Tore-Vorsprung, doch Großbritannien hielt mit. Nach Toren von Andreas Eder und dem NHL-Stürmer Joshua Samanski schien die Partie entschieden, doch die Briten konterten mit Treffern von Robert Dowd (in seinem Abschiedsspiel), Ollie Betteridge und Robert Lachowicz. Der Sieg war am Ende schmeichelhaft, die Leistung erneut unbefriedigend.

Seider: „wir haben das turnier vorher schon verloren“

Seider: „wir haben das turnier vorher schon verloren“

Kapitän Moritz Seider sprach nach dem Spiel Klartext. „Wir haben das Turnier vorher verloren“, erklärte der NHL-Verteidiger und kritisierte die schwachen Leistungen und unnötigen Niederlagen zu Beginn des Turniers. „Jetzt stehst du da und bibberst“, so Seider sichtlich verärgert. Besonders schmerzten die Spiele gegen Lettland – ein „absoluter Pflichtsieg“, der vergeben wurde – und gegen die USA, gegen die die deutsche Mannschaft bis fünf Minuten vor Schluss führte.

Die Diskussion um die Zukunft von Harold Kreis ist in vollem Gange. Schon nach der enttäuschenden Olympia-Enttäuschung in Mailand war der Deutsch-Kanadier in die Kritik geraten. Ob er im kommenden Jahr in Düsseldorf, Mannheim und auf Schalke an der Bande stehen darf, ist höchst fraglich. Die Euphorie, die er 2023 nach dem Silbercoup bei seiner WM-Einstand noch entfachen konnte, ist längst verflogen. Die DEB-Auswahl verpasst damit die Chance, im eigenen Land vor vollem Haus um eine Medaille zu kämpfen.

Die Fans sind enttäuscht, die Spieler frustriert und der Bundestrainer steht vor dem Aus. Die Eishockey-WM 2026 wird für Deutschland zu einem Turnier, das man schnell vergessen möchte. Die Frage ist, wer die Verantwortung für dieses Scheitern übernehmen wird und wie es weitergehen soll. Denn eines ist klar: So kann es nicht weitergehen.