Derby-kracher endet mit eklat: inter-proteste nach strittiger strafraum-szene

Derby della Madonnina in Trümmern. Mitten in den Nachspielminuten des Mailand-Duells kocht das San Siro über: Inter-Spieler umflizzen Schiedsrichter Doveri, schreien „Rigore!“, doch der pfeift einfach weiter. Grund der Empörung: Dumfries‘ Kopfball prallt an Ricci-Arm – doch der VAR schweigt. Abpfiff, 0:1-Sieg für Milan, und die Nerazzurri brennen.

Die szene, die alles entfachte

Minute 90+6. Dumfries steigt links im Fünfer, sein Kopfball streicht Ricci an der Brust, springt leicht ab und touchiert den rechten Oberarm des Milan-Verteidigers. Ricci zieht den Arm ein, bewegt sich nicht aktiv zum Ball. Doveri hat freie Sicht, entscheidet: Weiterspielen. In Lissone schaut man mit, doch VAR-Referee Abisso greift nicht ein – die Bewegung sei „natürlich“, das Spielgerät „nicht zielgerichtet gespielt“. Inter-Bank tobt, Lautaro wirft sich auf den Rasen, die Kurve donnert Pfiffe. Milan feiert den Sieg, die Gegner kochen vor Wut.

Der zweite flashpoint nur sekunden später

Der zweite flashpoint nur sekunden später

Schon zuvor, 92. Minute, hatte Doveri eine Inter-Party im Keim erstickt. Augusto lenkt eine Flanke per Drehschuss ins Tor – doch der Pfiff ertönt Sekunden vor dem Kontakt, weil im Strafraum Gedränge herrscht. Kein Treffer, kein VAR-Check, nur ein Schulterzucken. Kurioserweise verpasst Rabiot wegen Gelb die nächste Partie gegen Lazio, während Bastoni für ein taktisches Foul an ihm ebenfalls auf Warnung steht. Bonny kommt mit einer Grätsche an Estupinan ebenfalls ungestraft davon – eine von vielen Unstimmigkeiten, die nach dem Schlusspfiff in den sozialen Netzwerken neue Nahrung kriegen.

Was die zahlen sagen – und was sie verschweigen

Was die zahlen sagen – und was sie verschweigen

Der 1:0-Erfolg versetzt Milan auf Rang zwei, zwei Punkte vor Inter. Doch die echte Geschichte ist die wachsende Lücke zwischen Regelwerk und Gefühl. Seit der Einführung des VAR fallen 87 % der Handelfmeter in Serie A wegen „unnatürlicher Armhaltung“ – diese hier aber nicht. Inter hat in den letzten fünf Derbys nur einen Sieg geholt, das Frustpotenzial kocht über. Für Trainer Chivu ist es die erste große Krise, während Pioli den Modić-Enkel Modric als „monströs“ feiert – der Kroate dirigierte das Mittelfeld mit 94 % Passquote.

Die stimmen nach dem knall

„Wir haben gelernt, dass ‚natürlich‘ ein flexibles Wort ist“, spottet Inter-Manager Ausilio. Milan-Sportdirektor Massara kontert trocken: „Der Schiri hat gepfiffen, Punkt.“ Doveri selbst will sich nicht äußern, Abisso schweigt – wie so oft in solchen Nächten. Für Inter bleibt nur der Protest, für Milan drei goldene Punkte. Und der Zorn der Nerazzurri schwelt weiter, lautstark, unterschrieben mit 70.000 Pfiffen – ein Echo, das bis zur Rückrunde hallen wird.