Alberto angela schwimmt sich mit 64 jahren fit: keine tricks, nur disziplin

64 Jahre, null Müdigkeit. Alberto Angela steigt morgens um sechs ins kühle Wasser und schlägt 90 Minuten lang Bahn um Bahn – kein Personal-Trainer, kein Energy-Drink, nur ein altes Speedo und die Uhr. Das Ergebnis: Puls 48, Hb-Werte wie ein 30-Jähriger, eine Stimme, die selbst nach 12-Stunden-Drehs nicht kratzt.

Die italienische Presse nennt es „Rigore Angela“, eine Mischung aus Askese und Neugier. Das Rezept? Bio-Gemüse aus dem Garten hinter dem Haus in Milano, keine weißen Kohlenhydrate nach 18 Uhr, keine Meetings vor dem Schwimmprogramm. „Ich habe 40 Jahre lang dieselbe Strecke zwischen Porta Romana und Cimitero Monumentale geradelt, nur das Fahrrad wurde teurer“, lacht er im Gespräch mit der Gazzetta Active.

Der pool als rechenzentrum

Während andere Promis mit Wellness-Retreats auf Instagram glänzen, nutzt Angela die Bahn als Denkwerkstatt. Unter Wasser entwirft er neue Folgen, merkt sich Zitate, plant Kamerafahrten. „Chlor ersetzt Kaffee“, sagt er. Die 3,5 km nackte Strecke sind sein mentales Whiteboard – dort skizziert er Sätze, die später Millionen Zuschauer bei Rai 1 gefrieren lassen.

Die Crew von „Ulisse“ kennt das Ritual: Drehtag erst nach dem Schwimmprogramm, Angela erscheint mit nassen Haarspitzen, dafür ohne Teleprompfer-Pause. Einmal, so erzählt Kameramann Marco Belli, habe er nach 50 Bahnen die komplette Eröffnungssequenz zur Galaxie Andromeda auswendig aufgenommen – ohne Schnitt.

Reisen als ernährungs-cheat

Reisen als ernährungs-cheat

Wenn er für Drehs in Patagonien oder Bhutan landet, schleppt Angela eine kleine Reise-Mühle mit. „Ich mahle Quinoa und mache mir unterwegs Porridge mit heißem Wasser aus dem Hotelkocher“, verrät er. Lokale Köche lachen erst, bis sie merken, dass der Italiener nach 14 Stunden Aufnahme noch immer dieselbe Sprachgeschwindigkeit wie am Morgen bringt.

Das Einzige, wofür er eine Ausnahme macht: Tee bei König Charles III. „Man trinkt, was serviert wird, sonst wird es peinlich für die Produktion.“ Die Folge: eine Episodenaufnahme über die britische Krone, in der Angela nach zwei Tassen Milchttee trotzdem keine einzige Versprecher-Sekunde liefert.

Die zahlen sprechen

Die zahlen sprechen

Blutdruck 118/72, Ruhepuls 48, Körperfettanteil 11 %. Der Hausarzt in Mailand dokumentiert seit 1998 dieselbe Tendenz: leicht sinkend. „Ich kann nicht mehr sprinten wie mit 30, aber ich kann länger durchhalten als mit 40“, bilanziert Angela. Sein Geheimnis: keine Zielvisualisierung, sondern Wiederholung. „Der Körper glaubt nur, was er täglich sieht.“

Am 25. April startet Rai 1 die neue Staffel „Meraviglie“. Drei Monate später wird Angela 65. Keine Rede von Rente. „Solange ich unter Wasser noch einen Satz formuliere, ohne dass mir die Syntax fehlt, gehe ich weiter.“ Der Vertrag läuft bis 2027. Die Bahn bleibt.