Thw kiel und hannover lösen viertelfinaltickets – dreikampf in gruppe ii
Zwei Tickets sind weg. THW Kiel und TSV Hannover-Burgdorf haben sich in der EHF European League direkt für das Viertelfinale qualifiziert – während in anderen Gruppen noch alles offen ist und die Nerven blank liegen. Ein Dreikampf in Gruppe II, ein Endspiel für Melsungen, eine Niederlage der Flensburger trotz Platz 2: Der Spieltag hatte es in sich.
Kiel marschiert, wolff überstrahlt alles
Der THW Kiel ließ beim 27:20 gegen Bidasoa Irun am Ende keine Zweifel aufkommen. In der ersten Halbzeit war das Spiel noch zäh – die Kieler ließen reihenweise Chancen liegen, die Gäste nutzten das aber nicht. Im zweiten Durchgang zog der THW dann das Tempo an. Andreas Wolff war dabei der Mann des Abends: überragend zwischen den Pfosten, der Ruhepol in einem Spiel, das zwischenzeitlich hätte kippen können. Das Viertelfinale ist gebucht.
Weniger reibungslos lief es bei der SG Flensburg-Handewitt. Schon ohne fünf Stammkräfte angereist, verzichtete die SG in Montpellier auch noch auf Simon Pytlick. Die Notformation kämpfte, aber das 32:35 war am Ende die logische Konsequenz. Immerhin: Platz 2 ist gesichert, die Play-offs sind fix. Mehr war an diesem Abend schlicht nicht drin.

Gruppe ii: wenn drei sich streiten
Das ist der Stoff, aus dem spannende Schlussrunden gemacht sind. Elverum schlug Skanderborg-Aarhus mit 31:24 – nach dem 25:32 in der Vorwoche. Weil die EHF die Auswärtstorregel abgeschafft hat, entscheidet nun die Tordifferenz. Und da haben die Dänen aktuell einen Vorsprung von zwei Toren. Johan Hansen traf neunmal für Skanderborg, Peter Lukacs und Kevin Gulliksen je sechsmal für die Hausherren – Zahlen, die zeigen, wie eng das war.
FC Porto hat sich mit dem 34:33 über BM Granollers ebenfalls in den Dreikampf gemischt. Thorsteinn Leo Gunnarsson erzielte das sechste Tor der Portugiesen – das entscheidende. Marcos Fis mit neun und Sergi Franco mit acht Treffern konnten die Niederlage der Katalanen nicht verhindern. Granollers ist damit bereits ausgeschieden. Für Porto wartet nun das Topspiel in Dänemark. Wer da zittert, versteht den Druck.

Mt melsungen zittert um den gruppensieg
Zweite Niederlage in Folge. Die MT Melsungen verlor bei IFK Kristianstad mit 30:31 – und das trotz einer frühen 9:5-Führung. Axel Mansson, Schwedens nächstes großes Handball-Talent, ließ der MT keine Luft zum Atmen. Gegen ihn fand Melsungen schlicht kein Mittel. Platz 2 ist gesichert, der Gruppensieg aber muss nächste Woche im Heimspiel gegen HC Vardar Skopje erzwungen werden. Ein echtes Endspiel – in eigener Halle, vor eigenem Publikum. Besser geht die Ausgangslage kaum.
Vardar selbst schlug Benfica Lissabon mit 33:27. Jaka Malus mit neun und Vukasin Vorkapic mit acht Treffern waren die Antreiber. Benfica kämpft nun zuhause gegen Kristianstad um das letzte Play-off-Ticket – ein Duell, das auch für die Schweden noch Bedeutung hat.

Hannover baut auf birlehm – und feiert das viertelfinale
Die Kadetten Schaffhausen präsentierten sich diesmal deutlich besser als im Hinspiel. Fast 60 Minuten lang hielten sie mit den Recken mit. Dann kam Joel Birlehm. Der Hannoveraner Keeper warf in der Schlussphase mehrere spektakuläre Paraden heraus, die Recken zogen auf vier Tore davon – und Schaffhausen fand keine Antwort mehr. Endstand: 31:27. Direktes Viertelfinale. Fertig.
In Gruppe IV ist derweil noch Bewegung: RK Nexe Nasice gewann 33:26 bei Fredericia und hat nach Pluspunkten zu den Dänen und den Kadetten aufgeschlossen. Marcel Jastrzebski mit zehn Paraden, Matko Moslavic und Ivan Barbic je acht Tore vorne – Nasice ist noch nicht fertig mit dieser Saison.
Die Lage vor dem letzten Spieltag ist klar: Kiel und Hannover sind durch, Flensburg und Melsungen planen die Play-offs – aber für Melsungen gilt es, den Gruppensieg noch zu holen. In Gruppe II entscheidet die Tordifferenz über Platz eins. Und Vardar reist nach Melsungen mit dem klaren Auftrag, den Nordhessen die Arbeit so schwer wie möglich zu machen. Handball auf höchstem europäischen Niveau – und der letzte Spieltag verspricht mehr Drama als manches Finale.
