Liverpool patzt: salahs flanke, ekitiké verlängert – und dann der clownsmoment!

Es war die 51. Minute, der FC Liverpool drückte den Tabellenletzten gegen die Wand, der Jubel in Anfield-Osten schwappte schon über die Zungen. Dann rutschten Cody Gakpo und Curtis Jones in dieselbe Schienbein-Lücke, klatschten sich gegenseitig die Sohlen ins Gesicht – und sparten den Wolves das 0:0. Der Ball zischte an die Latte, nicht ins Netz. Die Sky-Regie schaltete sofort auf Florian Schmidt-Sommerfeld, der nur noch stotterte: „Fehlschuss des Jahres! Absurd!“

Slot stemmte die hände überm kopf – und wusste: jetzt wird’s richtig eng

Arne Slot hatte den Dreher schon eingeplant. Sein Körper sprach Minuten zuvor pure Ruhe, die Art von Gelassenheit, die Trainer an den Tag legen, wenn sie wissen, dass der Knockout nur eine Frage der Zeit ist. Doch in der Sekunde, als Gakpos Schädel und Jones’ Rechtsfuß kollidierten, rissen seine Arme nach oben, als wollte er den Himmel selbst an die Wand nageln. Die Szene war symptomatisch für einen Abend, in dem Liverpool sich selbst im Weg stand.

Die Statistik lügt nicht: Die Reds erzeugten 1,9 xG, schossen aber sieben Mal aus aussichtsreichster Position daneben oder direkt auf Keeper Dan Bentley. Die Wolves dagegen brauchten ihren ersten und einzigen nennenswerten Vorstoß, um zu treffen. Rodrigo Gomes nutzte einen Konter, nachdem Ibrahima Konaté in der Vorlage das Risiko suchte und schon wieder zu spät kam. 78. Minute, 0:1, Anfield verstummt.

Ekitikés kopfball-sensationsmoment verpufft – und mit ihm die geduld der anfield-fans

Ekitikés kopfball-sensationsmoment verpufft – und mit ihm die geduld der anfield-fans

Die Ecke war perfekt getreten – nicht von Trent Alexander-Arnold, sondern von Mohamed Salah, der damit seine Quote als Vorlagengeber auf nunmehr sieben in den letzten fünf Partien hochschraubte. Hugo Ekitiké, gerade für die letzte Viertelstunde eingewechselt, verlängerte mit dem ersten Kontakt an den zweiten Pfosten. Dort lauerten Gakpo und Jones, beide allein auf weiter Flur. Was folgte, war kein Zusammenspiel, sondern ein Selbstblockade-Mechanismus: Jones streckte das Bein, Gakpo senkte den Kopf – Kollision, Latte, Chaos.

Die Liverpool-Anhängerschaft reagierte mit jenem Gemisch aus Galgenhumor und blanker Verzweiflung, das nur englische Fans beherrschen. „We’re gonna win the league – aber nur, wenn wir uns selbst nicht mehr im Weg stehen“, schallte es ironisch durch die Reihen. Die Wahrheit: Mit dieser Leistung rückt der Traum von der Meisterschaft in weite Ferne. Die City-Punkte sind zu Hause, Arsenal hat ein Spiel weniger, und selbst Newcastle hat den besseren Lauf.

Die zahlen, die slot in der nacht nicht schlafen lassen werden

17 Abschlüsse, 9 am Tor, 0 Treffer – das ist keine Pechsträhne mehr, das ist ein Muster. Dazu die 27 vergebenen Großchancen in den letzten vier Liga-Spielen. Die interne Analyse wird zeigen: Es fehlt nicht an Chancen, sondern an der letzten Coolness. Und an der Fähigkeit, sich selbst nicht zu blockieren – wörtlich.

Slot wird die Trainingseinheiten dieser Woche vermutlich mit Kurzpass-Übungen unter Körperkontakt beginnen. Denn wer sich in einem Zweikampf mit dem eigenen Teamkollegen verhaut, der hat nicht nur die zwei Punkte verschenkt, sondern auch die nötige Mentalität, um auf höchstem Niveau zu bestehen.

Am Ende blieb ein Bild, das länger nachhallt als jede Pressekonferenz: Gakpo und Jones, sitzend auf dem Rasen, schauen sich an, müssen lachen – und wissen genau, dass sie sich gerade die Saison 2025/26 selbst um ein paar Grad verschoben haben. Liverpool kann Meister werden, aber nicht, wenn die eigenen Stürmer sich gegenseitig abluchsen. Die Liga ist gnadenlos, und Anfield hat am Dienstag gelernt: Selbst der letzte Platz kann gewinnen, wenn man sich selbst im Weg steht.