Thw kiel sichert sich jicha-sprenger-duo bis 2028 und stellt weichen für neue ära

Der THW Kiel zieht die Konsequenz aus Jahren voller Titel und verlängert das Trainerteam Filip Jicha und Christian Sprenger vorzeitig bis 2028. Die Meldung kommt exakt ein halbes Jahr, nachdem Jicha seinen Kontrakt bis 2026 verlängerte – und sprengt damit die Sommerloch-Planungen aller Liga-Konkurrenten.

Die Botschaft ist eindeutig: Wer die „Zebras“ in den nächsten vier Jahren schlagen will, muss sich an ein Duo gewöhnen, das sich inzwischen blind versteht. Sprenger, seit 2009 als Spieler nach Kiel gewechselt und seit 2017 hinter der Bande aktiv, unterschrieb kurz nach Jicha. Geschäftsführer Viktor Szilagyi spricht von einer „Grundsatz-Einigung im Spätherbst“, die nun vollzogen wurde. Die Verträge laufen synchron – kein Zufall.

Warum szilagyi jetzt schon handelte

Der Klub-Chef nennt Sprenger einen „unglaublich verlässlichen Co-Trainer“, betont aber vor allem die Brückenfunktion zwischen Nachwuchs und Profi-Team. In Kiel wächst derzeit ein Jung-Talent-Pool, der europaweit Beachtung findet. Wer diese Spieler in die Bundesliga lotsen soll, braucht Kontinuität statt Sommer-Poker. Mit der Doppel-Verlängerung sichert der THW sich Planungssicherheit – und verhindert, dass andere Top-Klubs anklopfen.

Für Sprenger selbst ist der Schritt logisch. „Wir sind ein eingespieltes Team“, sagt er über die Zusammenarbeit mit Jicha. Der Coach schwärmt: „Sprengi lebt die Werte des Vereins wie kein Zweiter.“ Der 42-Jährige gibt dem Chef stets „aufrichtiges Feedback“, bleibe dabei aber scheu – ein Kontrast zu manchem Liga-Kollegen, der sich selbst ins Rampenlicht spielt.

Die bilanz spricht für sich

Die bilanz spricht für sich

Seit Jicha und Sprenger 2019 das Ruder übernahmen, holte Kiel die Champions League 2020, drei deutsche Meisterschaften und zwei Pokalsiege. Die Zahlen sind kein Zufall, sondern Resultat einer Philosophie, die auf Detailanalyse und Menschenführung basiert. Szilagyi: „Seine Erfahrung ist ein Puzzlestück.“ Gemeint ist: Ohne Sprengers Mikro-Management in der Video-Analyse wären manche Siege nicht möglich gewesen.

Der Zeitpunkt der Verlängerung ist zugleich ein Signal an die Liga: Während andere Klubs im Sommer 2025 Trainer suchen, baut Kiel weiter auf Bewährtes. Die Konkurrenz aus Flensburg, Magdeburg oder Berlin muss nun umdenken – oder das Nachfolge-Modell finden.

Christian Sprenger selbst blickt nüchtern auf die nächsten Jahre. „Aus jedem einzelnen das Maximum herauskitzeln“ nennt er die Motivation. Für einen Verein, der sich neue Champions-League-Titel auf die Fahnen geschrieben hat, ist das wenig – und gleichzeitig alles. Denn wer bei Kiel arbeitet, kennt nur eine Richtung: nach oben. Die Verträge bis 2028 sind der Treibstoff dafür.