Thw kiel patzt: leipzig schnappt sich überraschend einen punkt!

Kiel – Die Handball-Fans im Ostseestadion müssen sich in die Augen sehen: Der THW Kiel hat erneut Punkte liegen gelassen. Gegen vermeintlich müde Leipziger konnte man keinen Sieg einfahren, sondern musste sich mit einem enttäuschenden Unentschieden (28:28) zufrieden geben. Ein Teufelskreis scheint sich zu schließen, der die ambitionierten Ziele des Pokalsiegers gefährdet.

Die kieler offensive findet nicht statt

Nach dem Spiel versuchte Lukas Laube, die Gründe für die erneute Schwäche zu ergründen. Der Angreifer selbst konnte mit vier Treffern zum Spielverlauf beitragen, doch die Leistung als Ganzes war alles andere als überzeugend. Es fehlte an Konsequenz, an der nötigen Härte und vor allem an der für Kieler Verhältnisse üblichen Durchschlagskraft im Angriff. Die Defensive wirkte ebenfalls anfällig, was den Leipzigern immer wieder Räume zur Verfügung stellte.

Staffan Petersons Freude nach dem Spiel war zwar erkennbar, doch er schien auch selbst überrascht von dem Ausgang. „Es ist auf jeden Fall ein Punktgewinn. Wir sind hierhergekommen, und keiner hat an uns geglaubt – nur wir an uns selbst. Gerade die letzte Situation, die Kiel hatte, lässt den Punktgewinn noch mehr wie einen Punktgewinn erscheinen“, erklärte der Trainer am Mikrofon. Der Rechtsaußen, der mit acht Treffern und dem Ausgleichstor zum 28:28 zum Matchwinner wurde, betonte zwar, dass „natürlich ein Punkt mehr möglich gewesen wäre“, räumte aber gleichzeitig ein, dass „man in Kiel immer froh über einen Punkt sein muss.“

Heimmacht? im moment eher ein traum

Heimmacht? im moment eher ein traum

Lukas Laube brachte auch die schwierige Situation bezüglich der Heimmspiele ins Spiel. „Wir wissen, dass wir jeden Punkt brauchen, um unser Ziel zu erreichen. Aber es macht es halt unglaublich schwierig, jetzt wieder den einen oder anderen Schieder zu Hause zu kriegen. Weil wir ja eine Heimmacht sein wollen. Und momentan ist es für uns, glaube ich, schwierig, das zu kreieren.“ Die Worte des Spielers sind ein deutliches Signal: Die Kieler müssen sich dringend um ihre Defensive und ihre Konstanz kümmern, wenn sie ihre Ambitionen in dieser Saison überhaupt noch realistisch verfolgen wollen.

Nach dem vielversprechenden Auftritt in Hamburg konnte der THW Kiel anscheinend nicht an die gezeigte Leistung anknüpfen. „Wir haben versucht, wieder an dem anzuknüpfen, was wir in Hamburg wirklich gut gemacht haben, diese Emotionalität, die wir auch heute eigentlich da hatten, aber ich glaube nicht konsequent genug über 60 Minuten“, so Laube. Die jüngste Leistungserie wirft Fragen auf und lässt die Fans im Unklaren, ob die Mannschaft wirklich bereit ist, um die Spitze der Handball-Bundesliga mitzuhalten. Der Abstand zu den direkten Konkurrenten wächst, und die kommenden Spiele werden zeigen, ob der THW Kiel den Turnaround schaffen kann – oder ob die Leipziger Punktentzug ein Vorgeschmack auf weitere Enttäuschungen ist.

Die Handball-Bundesliga bleibt spannend.